Doch kein Mega-Möbelhaus auf Loveparade-Gelände?

Das so genannte Zeus-Gelände an der alten Emscher. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Das so genannte Zeus-Gelände an der alten Emscher. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Im Eiltempo soll der Duisburger Rat die Zustimmung zur Ansiedlung eines Ostermann-Möbelhauses bei Ikea in Obermeiderich geben. Damit wären die Pläne für die Krieger-Filiale auf dem Loveparade-Gelände in Gefahr. Denn zwei Häuser wären wohl zu viel.

Während sich alle Welt über das neue Möbelhaus Krieger neben dem Bahnhof – auf dem Loveparade-Gelände – unterhält, scheint die Verwaltung in aller Stille ein Rennen zwischen „Hase und Igel“ angezettelt zu haben, denn noch ein Mega-Möbelhaus plant eine neue Filiale in Duisburg: Ostermann will sich wohl in Obermeiderich niederlassen. Doch nach vorherrschender Meinung im Planungsdezernat kann nur einer der beiden die Zustimmung erhalten, sonst dürften die Nachbarstädte auf die Barrikaden gehen – und im Moment sieht es gut für Ostermann aus.

Im Eiltempo soll der Stadtrat in der Dezember-Sitzung die Zustimmung zur Ansiedlung des riesigen Möbelhauses auf dem alten Gelände des Industriestandortes Obermeiderich und damit in der Nachbarschaft von Ikea geben, auch wenn das planungsrechtlich noch wackelig erscheint, wie die Stadtverwaltung selbst in ihrer Verwaltungsvorlage einräumt. Der Süden des Plangebiets wird bisher als Industriegebiet, der Norden als Gewerbegebiet ausgewiesen. Großflächige Einzelhandelsbetriebe dürfen nach den Vorschriften des gültigen Gebietsentwicklungsplans nur in allgemeinen Siedlungsgebiet angesiedelt werden. Im Norden des Gebietes (Gewerbegebiet) will Ostermann sich niederlassen.

Infrastruktur vorhanden

Das findet die Verwaltung gut: „Diese Absicht wird von der Stadt Duisburg unterstützt.“ Vor allem die Nähe zu Ikea begrüßt die Verwaltung, zumal die Infrastruktur vorhanden ist. Und eine ähnliche Konstruktion – Ikea und ein anderes Möbelhaus – ist nicht ungewöhnlich (siehe Essen: Ikea und Kröger). Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Zudem sieht man im Einzelhandelskonzept einen Verbündeten: „...empfiehlt die Bestandssicherung und gezielte Weiterentwicklung im Sortimentsbereich Möbel in Nachbarschaft des Ikea-Standortes“. Anders als das Filet-Stück am Bahnhof scheint man das Gelände in Obermeiderich zu bevorzugen: „Es besteht die Chance, ein heute unbekanntes Niemandsland wieder in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken und – neben der eigentlichen Nutzung – einen Gewinn für das Stadtbild und die Vernetzung von Grün- und Wegestrukturen zu erzielen.“

Und auch die Ansiedlung eines Factory Outlet Centers auf dem Ikea-Grundstück ist noch lange nicht vorm Tisch, auch wenn es ruhiger um das Projekt geworden zu sein scheint. Dieser Standort konkurriert mit dem auf dem Gelände der jetzigen Rhein-Ruhr-Halle.

 
 

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