Direktor des Lehmbruck-Museums in Duisburg freut sich auf Küppersmühlen-Kubus

Anne Horstmeier
Seit seinem Amtsantritt als Direktor des Lehmbruck-Museums hat Raimund Stecker für Gesprächsstoff gesorgt. Foto: Stephan Eickershoff.
Seit seinem Amtsantritt als Direktor des Lehmbruck-Museums hat Raimund Stecker für Gesprächsstoff gesorgt. Foto: Stephan Eickershoff.
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Seit seinem Amtsantritt als Direktor des Lehmbruck-Museums in Duisburg vor einem Jahr hat Raimund Stecker für Gesprächsstoff gesorgt. Im Interview mit WAZ-Redakteurin Anne Horstmeier blickte er zurück und nach vorn.

Duisburg. Seit seinem Amtsantritt als Direktor des Lehmbruck-Museums vor einem Jahr hat Raimund Stecker für Gesprächsstoff gesorgt. Einen Rück- und Ausblick unternahm er mit Anne Horstmeier.

Herr Stecker, Sie haben zuerst das Museum aufgeräumt. Sind Sie damit fertig?

Raimund Stecker: Nein, jetzt geht es an die Außenanlagen. Der Teich muss gerichtet und der Skulpturenhof verändert werden. Wir bekommen von einem Frankfurter Sammler Tony-Cragg-Skulpturen unserer Wahl.

Wer ist das und wie kommt das denn zustande?

Stecker: Er ist Personalberater, sein Name soll nicht genannt werden. Er hat den Kontakt mit uns gesucht – und findet uns offenbar toll. Er war mit Tony Cragg hier und hat gefragt, welche Skulpturen wir wollen. Ich habe dann welche ausgesucht und bin rausgegangen. Der Sammler hat dann mit Tony Cragg verhandelt.

Sensationell! Wie viele Arbeiten werden es denn?

Stecker: Drei für draußen und zwei bis drei für drinnen. Ja, das ist schön.

Wird das Museum auch innen noch weiter umgestaltet werde? Wann kommt ein Café?

Stecker: Uns fehlt jemand, der ein Café betreibt, das ist ja nicht Aufgabe eines Museums. Wir haben immer noch kein Auditorium, und die mangelnde Barrierefreiheit ist eine tickende Zeitbombe. Die Eingangssituation für Rollstuhlfahrer ist ungelöst, und wir haben nur eine Behindertentoilette.

Wie weit sind denn Ihre Zaun-Pläne?

Stecker: Ich habe dem Kuratorium gerade den ersten Entwurf vorgestellt. Es wird ein Kunstwerk sein, unglaublich schön. Der Entwurf basiert auf der Idee, dass der Park 20 Eingänge hat – der Zaun soll 20 Tore bekommen, jedes von einem anderen Künstler gestaltet.

Ob ein Zaun wirklich nötig ist, wird ja in der Stadt heiß diskutiert.

Stecker: Es ist nicht einfach, zum Beispiel diesen Frankfurter Sammler zu gewinnen, wenn der sieht, dass hier Kunstwerke zerstört werden. Der Serra wird fast jede Woche von Graffiti gereinigt, wir hängen ständig am David und entfernen Schildchen und Schuhe. Es ist einfach nicht schön, wenn zweimal die Woche das Ordnungsamt hierher kommt und Platzverweise erteilt. Das sind soziale Probleme. Aber Destruktion ist erst mal etwas Negatives.Related content

Wird ein Zaun das ändern?

Stecker: Es geht nicht um Abgrenzung, sondern zum Öffnung. Deswegen sind ja auch Bäume und Sträucher entfernt worden. Es geht ums Wohlfühlen. Man geht in der Dunkelheit ungern in den Park.

Können Sie sich einen Zaun überhaupt leisten?

Stecker: Nicht aus unserem Etat, aber es scheint wirkliche Leute zu geben, die Duisburg etwas Gutes tun wollen. Es gibt keinen Grund zu lamentieren, Duisburg muss mehr auf Außenwirkung achten.

Woher kamen denn die Mittel für die bisherige Umgestaltung?

Stecker: Den Umbau bestreiten wir aus Eigenmitteln. Wir haben zum Beispiel 75 LED-Strahler

gekauft und senken dadurch unseren Energieverbrauch um einen knapp fünfstelligen Betrag. Die Außenstrahler wollen wir abschaffen. das Haus leuchtet jetzt von Innen.

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr?

Stecker: Auf die große Ausstellung zum 100. Geburtstag der Knienden. Wir haben Zusagen für Leihgaben etwa von Matisse und Brancusi aus dem Museum of Modern Art in New York und dem Centre Pompidou in Paris. Kuratorin ist Marion Bornscheuer, dazu kommen Gastkuratoren aus Paris und Basel.

Und außerhalb des Museums?

Stecker: Ich freue mich auf den Kubus für die Küppersmühle. Das wird ein Signal. Darauf sollten wir uns alle freuen in Duisburg.