Dioxin im Hühnerei - Suche nach der Giftquelle geht weiter

Stefan Endell
Die Ursache für die Dioxin-Belastung in Hühnereiern aus Duisburg ist weiterhin unklar: Bodenproben vom Ingenhammshof und dem kleinen Biolandbetrieb Enninghorst haben keine relevanten Hinweise erbracht. Unterdessen kritisiert Karl-August Schwarthans von der Awo die Landesbehörden, die überreagiert hätten.

Duisburg. Die Ursache für die Dioxin-Belastung in Hühnereiern aus Duisburg ist weiterhin unklar: Entsprechende Bodenproben vom Ingenhammshof der Arbeiterwohlfahrt und dem kleinen Biolandbetrieb Enninghorst in Röttgersbach haben nach Worten eines Sprechers des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) keine relevanten Hinweise erbracht.

Die Bodenproben hätten zwar kleine Dioxin-Rückstände aufgewiesen. Der Sprecher: „Hintergrundbelastung. Das ist halt Boden aus einer Region mit einer Industriegeschichte.“ Aber diese Werte würden die Dioxin-Werte in den Eiern nicht erklären. Der Spielplatzsand vom Lernbauernhof scheide als Ursache völlig aus. Somit sind das Tierfutter, das Wasser wie auch jetzt der Boden als mögliche Verursacherquellen auszuschließen. Jetzt wird die Stadt nach Aussage einer Sprecherin ein paar Legehennen in beiden Betrieben schlachten und das Fleisch untersuchen lassen. Und dann? Abwarten!

Zornige Kritik

Unterdessen übt aber Karl-August Schwarthans, zuständiger Abteilungsleiter der Arbeiterwohlfahrt, zornige Kritik an den Landesbehörden, die seiner Meinung nach mit diesem Thema unangemessen umgegangen seien: „Wir sind ein Lehr- und Lernbauernhof für Grundschulkinder, wir haben 69 Hühner, die am Tag maximal zehn Eier legen; wir sind kein Legebetrieb, der täglich 25.000 Eier in den Handel bringt. Es hätte also völlig ausgereicht, uns telefonisch aufzufordern, den Verkauf der 10 Eier einzustellen.“

Stattdessen habe man aber jetzt in NRW-Landtagswahlkampfzeiten wichtigtuerisch der nationalen Presse erklärt, „der Hof in Duisburg ist gesperrt“. Schwarthans: „Welcher Verbraucher sollte eigentlich damit geschützt werden? Wir sind nicht gesperrt, wir waren es auch nicht. Wir verkaufen nur keine Eier mehr. Niemand muss Sorge haben, hier Schaden zu nehmen. Zum Ostermarkt kamen wie immer Hunderte von Besuchern, die sich nicht haben irritieren lassen.“ Warum die Hühner belastete Eier legen, wisse er auch nicht. „Wir haben nichts reingepanscht. Vielleicht haben wir Küken gekauft, die bereits mit Dioxin belastet waren.“ Genau das soll jetzt kontrolliert werden.