Die Zukunft des Katholischen Klinikums Duisburg ist weiter ungewiss

Zu den Plänen gehörte auch die Schließung der zum KKD-Verbund gehörenden Hospitäler St. Barbara in Neumühl und St. Vincenz im Dellviertel (im Bild). Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Zu den Plänen gehörte auch die Schließung der zum KKD-Verbund gehörenden Hospitäler St. Barbara in Neumühl und St. Vincenz im Dellviertel (im Bild). Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
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Duisburg. Das Zentrum für Labormedizin und Mikrobiologie in Essen hat den 25 Mitarbeitern gekündigt, die das ZLM vom kriselnden KKD übernommen hatte. Das KKD selbst versucht, 100 Mitarbeitern zu kündigen – und weckt das Interesse privater Klinik-Betreiber.

Eine böse Überraschung erlebten jetzt die rund 25 Mitarbeiter, die am Katholischen Klinikum Duisburg (KKD) in den Laboratorien arbeiten. Sie erhielten zum 31. März 2012 die Kündigung. Erst Ende 2010 waren der Laborbereich und die Bakteriologie an das Zentrum für Labormedizin und Mikrobiologie (ZLM) in Essen abgegeben worden. Das ZLM hatte damals auch alle Mitarbeiter übernommen.

Doch nun hat das ZLM nach Informationen der NRZ alle Verträge mit dem Katholischen Klinikum zum Jahresende gekündigt, und den Mitarbeitern gleich mit. Allerdings haben die Mitarbeiter wohl ein Rückkehrrecht zum KKD.

Sana, Helios und Rhön angeblich interessiert

Die Kündigung aller Verträge durch das ZLM soll dem Vernehmen nach mit der unsicheren Zukunft des Katholischen Klinikums zusammen hängen. Denn das KKD muss sparen, versuchte bereits zu Jahresanfang mehr als 100 Mitarbeitern zu kündigen. In erster Instanz hatten viele Mitarbeiter gewonnen, das Klinikum rief daraufhin das Landesarbeitsgericht an, das nun Ende November über die Rechtmäßigkeit der Kündigungen beschließen soll.

Unter anderem mit Hilfe der Entlassungen sollten 150 Millionen Euro eingespart werden, um sich neu aufzustellen. Zu den Plänen gehörte auch die Schließung der zum KKD-Verbund gehörenden Hospitäler St. Barbara in Neumühl und St. Vincenz im Dellviertel. Dafür sollte ein großer Neubau am Standort des St.-Johannes-Hospitals in Hamborn entstehen (NRZ berichtete).

Ein Plan, der sich bereits im März in Luft auflöste. Denn das Caritas-Trägerwerk und der Zweckverband Katholisches Klinikum Duisburg im Bistum Essen wischten die Pläne vom Tisch, gründeten stattdessen ein „Strategiebüro“, um zu überlegen, wie es mit dem KKD weitergehen könnte. Nun teilte das Bistum Essen vor zwei Tagen mit, dass es auf jeden Fall zu einer Umstrukturierung oder einem Verkauf kommen wird. Dem Vernehmen nach haben sich die großen privaten Krankenhausträger wie zum Beispiel Sana, Helios und Rhön bereits für das KKD interessiert.

Signale für Teil-Verkauf des Klinikums?

Kenner der Szene glauben, dass eine angedachte kirchliche Verbundlösung vom Tisch ist, weil am Dienstag KKD-Geschäftsführer Clemens Maurer seinen Abschied zum 31. März 2012 angekündigt hat und im Bochumer Bergmannsheil den Geschäftsführerposten übernimmt. Sie interpretieren den Abgang von Maurer als Signal für einen Teil-Verkauf des Klinikums. Die Frage, ob 49 oder 51 Prozent verkauft werden, scheint wohl noch nicht beantwortet zu sein.

KKD-Sprecherin Barbara Jung wollte sich an Spekulationen nicht beteiligen, bestätigte aber die Vertragskündigungen: „Bis zum Jahresende ist ja noch etwas Zeit. Wir suchen nach der bestmöglichen Lösung für das KKD“. Demonstration gegen Kündigungen

 
 

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