Die Politisierung der Nachtwache am Duisburger Roma-Haus

Thomas Richter
Seit einigen Tagen schützen Teilnehmer einer Nachtwache die Bewohner der Häuser. Doch das bürgerschaftliche Projekt wurde schnell politisiert. Ungewollt.
Seit einigen Tagen schützen Teilnehmer einer Nachtwache die Bewohner der Häuser. Doch das bürgerschaftliche Projekt wurde schnell politisiert. Ungewollt.
Foto: Gerd Wallhorn / WAZ FotoPool
Die Nachtwache am Roma-Haus hat als bürgerschaftliches Engagement begonnen, doch das Projekt wurde schnell politisiert. Unter den „Aufpassern“ tummeln sich nun zahlreiche Vertreter der linksautonomen Szene, die das Projekt ausnutzen. Auch eine Demo der Rechtspopulisten am Donnerstag bereitet Sorgen.

Duisburg. Die Nachtwache in Rheinhausen basierte zunächst auf bürgerschaftlichem Engagement. Besorgte Menschen aus dem Stadtteil wollten nach den Hetzparolen im Internet, die Angst und Schrecken unter den Zuwanderern verbreiteten, vor Ort Flagge zeigen. So weit, so bemerkenswert.

Das Problem: Unter den „Aufpassern“ tummeln sich nun zahlreiche Vertreter der linksautonomen Szene. Dadurch hat eine Politisierung des Projektes stattgefunden. Die extrem Rechten und die extrem Linken nutzen das Haus als Bühne zur Aufführung ihrer Scharmützel.

Wer aber in dieser sich ständig hochschaukelnden Stimmung die gesamte Zuwanderer-Diskussion in Duisburg als ideologisches Schlachtfeld missbraucht, der zündelt gefährlich an der Lunte zum Pulverfass. Hoffentlich explodiert dieses nicht am Donnerstag, wenn Rechtspopulisten in der Nähe des Hauses eine Demo abhalten. Jeder Bürger kann sich ihnen dort entgegenstellen. Aber nur friedlich, ohne Gewalt.