Die Linke lässt es menscheln

Barbara Laakmann von der Partei Die Linke
Barbara Laakmann von der Partei Die Linke
Foto: WAZFotoPool

Wer ist Barbara Laakmann?

Duisburg.. Eines ihrer OB-Wahlplakate zeigt sie mit der „Brücke der Solidarität“ im Hintergrund. Da schimmert die Nähe zur Arbeiterbewegung bei der 61-jährigen Rheinhauserin durch, die ihren Mann beim Kampf um Krupp kennenlernte. Solidarität, soziale Gerechtigkeit: Das schreibt die gebürtige Krefelderin auf die rote Fahne. Und aus ihrer Vergangenheit als DKP-Mitglied macht die heutige Linke selbstbewusst keinen Hehl.

Vor der Wende 1989 war es dann aber für die frühere GEW-Vorsitzende genug mit dem realen Kommunismus. Seit 2008 gehört sie den Linken an, 2009 zog sie als Ratsfrau ins Stadtparlament. Seit nunmehr 20 Jahre ist Laakmann Leiterin der Alfred Hitz-Hauptschule. Sie sorgte dafür, dass die Schule nach dem von den Nazis 1935 erschlagenen Bergmann aus Bergheim benannte wurde. Und der Schulhof, das ist für sie auch der „Lehrhof“ für Politik und Gestaltung für die ganze Stadt.

Warum kandidiert sie?

„Ja ich kann das“,sagte sich Barbara Laakmann, als das Sauerland-Abwahlbündnis nach erfolgreicher Tat sein Profil bei der OB-Kandidatensuche formulierte. Verwaltungserfahrung habe sie als Schulleiterin, auch Erfahrung im Personalmanagement, nicht zuletzt als jahrzehntelange Personalrätin. Sicher, ihre Kandidatur soll auch die „linke Fahne“ hoch halten. Forderungen, Überzeugungen und Inhalte ihrer Partei transportieren. Als „Vollblutweib“ bezeichnet sie die Linken-Vorsitzende Edith Fröse. Und Barabara Laakmann widerspricht nicht.

„Voll reinhängen würde sie sich als OB“, sagt sie resolut mit einem Schuss mütterlicher Freundlichkeit. Duisburg soll wieder „unsere Stadt werden, raus aus dem Sumpf“. Und: Die Linken wollten für den Neuanfang in Duisburg eine Frau als Kandidatin.

Neuanfang nach der Loveparade

Was will sie?

„Nah dran“ steht auf einem der drei Wahlplakatmotive der Linken-Kandidatin. Sie lässt es menscheln in ihrem Wahlkampf. Um die kleinen und großen Kümmernisse will sie sich kümmern, sie sucht das Gespräch mit dem „Metzger um die Ecke“, mit denjenigen, die enttäuscht „von denen da oben im Rathaus“ sprechen. Als Person will sie punkten, da gibt es zunächst auch noch kein parteipolitisch geprägtes, ausgedrucktes Wahlprogramm der OB-Kandidatin. Stichworte nennt sie: das Sozialticket für 15 Euro, Ausbau von Kita-Plätzen, die Ganztagsbetreuung, Investitionen in Bildung. Und Schluss soll damit sein, „dass private Investoren die Entwicklung der Stadt prägen“. Bei der Sanierung der Stadtfinanzen will sie die Sparmaßnahmen „so erträglich wie möglich für alle machen“. Statt Kürzungen und Streichungen bei der Kultur etwa, hat sie die Einnahmesteigerung im Blick – auch mit Steuererhöhungen. „Die sozial Schwachen dürfen nicht weiter abrutschen“, fordert Laakmann Unterstützung für die Hartz IV-Empfänger, Prävention und Betreuung für die Zuwanderer in Hochfeld. „Solidarisch“ ist, wen wundert’s der Slogan auf einem ihrer Wahlplakate.

Wenn ich OB wäre...

„würde ich zeigen, dass ich da bin“, erklärt Laakmann ihr Selbstverständnis einer Oberbürgermeisterin, die „zuhört und zusammenführt“. Das könnten Frauen ohnehin besser als Männer. Sie will das Rathaus aus der immer noch währenden Schockstarre holen. Zugleich erklärt sie: „Ich verstehe das OB-Amt als Diener des Rates, der aber auch dafür sorgen muss, dass Beschlüsse umgesetzt werden.“ Ach übrigens: Am liebsten wäre ihr eine Stichwahl gegen Ingrid Fitzek von den Grünen.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel