Die Hilfe in der Not begann mit einer Geburt

Stefan Endell
Die kleine Jolanda wurde im Feldlazarett der Duisburger ISAR-Helfer geboren.
Die kleine Jolanda wurde im Feldlazarett der Duisburger ISAR-Helfer geboren.
Foto: I.S.A.R. Germany

Duisburg. Ach, die kleine süße Jolanda: Ob sie nun Glück gehabt hat, oder doch eher Pech - wer mag das beurteilen? Fest steht, während um sie herum die Welt mit Tod und Verderben aus den Fugen geraten ist, erblickt Baby Jolanda in der philippinischen Stadt Palo, im Feldlazarett der Duisburger ISAR-Helfer, das Licht der Welt.

Noch während die Helfer neben der Palo Cathedral in der Nacht zum vergangenen Donnerstag einen medizinischen Behandlungsplatz zu Ende aufbauen konnten, mussten sie der Mutter von Jolanda bei der Geburt helfen.

„Das war ein Lichtblick“

Alles lief gut. Das Mädchen und die Mutter sind wohlauf, berichten die ISAR-Helfer per Mail nach Duisburg. ISAR-Krankenschwester Ingeborg Wortmann hatte die Mutter bei der Geburt unterstützt: „In all der Zerstörung und inmitten des vielen Leids, ist diese Geburt ein wirklicher Lichtblick gewesen“, sagt Wortmann.

Das medizinische Team von ISAR. Germany hat in der philippinischen Stadt Palo mittlerweile seine Arbeit aufgenommen. Direkt neben der Palo Cathedral wurde in der Nacht ein Behandlungsplatz aufgebaut. „Die Lage in der Stadt Palo ist bisher ruhig“, berichtet Einsatzleiter Michael Lesmeister. „Dennoch wird der Behandlungsplatz vom philippinischen Militär gesichert“. Die Stadt Palo liegt auf der Insel Leyte, rund zehn Kilometer von Tacloban entfernt. Die Stadt hat rund 63.000 Einwohner.

Inzwischen, so berichtet Lesmeister weiter, kommen ununterbrochen Patienten zum Behandlungsplatz von ISAR- Germany. Eine Erste-Hilfe-Station schickt die schwereren Fälle zu dem Team aus Deutschland.

Ähnlichen Verletzungen wie beim Erdbeben in Haiti

Der medizinische Leiter Thomas Laackmann berichtet: „Wir haben es hier mit ähnlichen Verletzungen wie nach dem schweren Erdbeben 2010 in Haiti zu tun. Hauptsächlich sind Schädel-Hirn-Traumata, Superinfektionen von Wunden und Knochenbrüche zu behandeln.“

WAZ-Spendenaktion 2013Einsatzleiter Michael Lesmeister zeigte sich erleichtert, dass ISAR Germany jetzt die Arbeit im Katastrophengebiet aufnehmen konnte. „Es war noch nie so schwer, in ein Einsatzgebiet zu gelangen“, so der 46-Jährige, der schon nach zahlreichen Naturkatastrophen weltweit im Einsatz war. Die philippinischen Behörden hätten das Team zwar intensiv unterstützt. Allerdings seien die Flugkapazitäten aufgrund der Dimension der Katastrophe vollkommen ausgelastet gewesen. Hinzu kam, dass zwischenzeitlich ein weiterer Sturm über die Inseln gezogen war. I

SAR Germany hat in Palo 24 Ärzte, Sanitäter und Helfer im Einsatz. Sie behandeln die Patienten in Zelten. Die gesamte medizinische Ausrüstung wurde aus Deutschland mitgebracht. Dazu zählen auch zwei Tonnen Medikamente. Dabei handelt es sich um ein so genanntes „Medical Health Kit“ und ein „Trauma Kit“. Mit dem „Medical Health Kit“ können 30.000 Menschen einen Monat lang medizinisch versorgt werden. Es beinhaltet Schmerzmittel, Antibiotika, Verbandsmaterial, Infusi-onslösungen und Wasserentkeimungstabletten.