Duisburg

Die Duisburger Polizei erklärt: Darum steht Marxloh nicht auf der Liste „verrufener Orte“

Polizeikontrollen - wie hier in Marxloh - sind leichter, wenn der Ort als „verrufen“ deklariert ist.
Polizeikontrollen - wie hier in Marxloh - sind leichter, wenn der Ort als „verrufen“ deklariert ist.
Foto: Tom Thöne / FUNKE Foto Services
  • Das Innenministerium hat auf Anfrage Städte mit verrufenen Orten veröffentlicht
  • Zu solchen Orten gehört der Viehofer Platz in Essen, nicht aber Duisburg-Marxloh
  • Die Duisburger Polizei erklärt, warum das so ist

Duisburg. Die vom NRW-Innenministerium veröffentlichte Liste „gefährlicher und verrufener Orte“ beschäftigt das Ruhrgebiet.

Auf Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Biesenbach hatte das Ministerium publiziert, in welchen Städten es Orte gibt, die von der Polizei als „verrufen“ deklariert wurde. Wenn ein Ort auf der Liste steht, erleichtert das der Polizei die Identitätsfeststellung von Personen.

Marxloh taucht nicht auf

Dazu gehören beispielsweise der Viehofer Platz in Essen oder Bereiche in der Dortmunder Nordstadt. Duisburgs Problembezirk Marxloh ist dagegen trotz hoher Kriminalitätsrate nicht zu finden. Überhaupt: Kein einziger Duisburger Ort steht auf der Liste.

Warum das so ist, erklärt Ramon van der Maat. Der Pressesprecher der Polizei Duisburg sagt: „Ganze Stadtteile kommen nicht auf diese Liste. Nur einzelne Plätze, Straßenzüge oder Gebäude. Ein gefährlicher oder verrufener Ort kann heute eine Kneipe sein, in der sich Straftäter verabredet haben. Morgen ist es dann vielleicht eine Bankfiliale, die überfallen werden soll. In einigen Städten ist es auch seit Jahren ein Drogenumschlagplatz.“

Liste nur eine Momentaufnahme

Plätze, an denen in starker Regelmäßigkeit Straftaten und Verbrechen begangen werden, gibt es laut van der Maat in Duisburg nicht.

„Straftaten werden mal hier und mal dort begangen. Je nach Notwendigkeit deklarieren wir dann einen Ort als ‚verrufen‘, um unseren Beamten die Identitäts-Feststellung zu erleichtern. Am nächsten Tag ist er es vielleicht schon nicht mehr.“

Die Liste ist also nur eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Anfrage an das Innenministerium.

In einer erneuten Anfrage könnten also auch Plätze aus Duisburg auftauchen.

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