Die Duisburger Lustmeile als Kunstwerk

Martin Krampitz
Foto: WAZ-Fotopool

Rheinhausen.  Die Vulkanstraße ist für manche Leute einer der größten Anziehungspunkte der Stadt, zieht Besucher aus nah und fern nach Hochfeld. Bisher hat die leuchtstoff-bunte Häuserzeile nahe dem Theater am Marientor eher selten Eingang in die bildende Kunst gefunden. Bis jetzt. Denn nun ist ein Gemälde der florierenden Lustmeile eines der Exponate einer Ausstellung der Duisburger Künstler Ernst und Roland Wardeski im Bezirksrathaus Rheinhausen am Körnerplatz.

Mit einigen künstlerischen Kniffen hat der versierte Hobbymaler Roland Wardeski aus der tagsüber tristen, nachts grell leuchtenden Häuserzeile eine optisch ästhetische Kulisse unter einem dunklen Hochfelder Nachthimmel geschaffen.

Heraus gekommen ist dabei eine Vulkanstraße, die mit ihrer Ästhetik dem ebenfalls leuchtenden „Strip“ mitten in Las Vegas oder dem ebenso strahlenden Londoner Vergnügungsviertel Soho bei Nacht gleicht.

Die selbe Technik hat Roland Wardeski auch bei seinen anderen Motiven angewandt, über deren Auswahl nach Aussage des Künstlers letztlich der Publikumsgeschmack entscheidet. So zeigen die „Bilder einer Ausstellung“ auch farbenprächtige Nacht- und Abendporträts von der A40 in der Essener City, darüber riesige Gasometer, das frühere Filmtheater Europa-Palast oder das alte Merkur-Kaufhaus an der Düsseldorfer Straße in Duisburg-Stadtmitte, die Hochöfen von Thyssen-Krupp -Steel Europe in Bruckhausen, die Kokerei Schwelgern, die Bergehalde Hohe Wart oder die ruhende Zeche Ewald mit Fördertürmen im Süden von Herten.

Folgerichtig heißt die Ausstellung im Bezirksrathaus „Amt meets industrial zone“. Das Bild namens „Beekstraße 1930“ zeigt, dass Wardeski auch nach historischen Schwarz-Weiß-Motiven malt, die er aus dem Stadtarchiv erhält.

Und so entstehen die Werke: „Bei meinen Fahrradtouren durch das Ruhrgebiet und ganz Deutschland habe ich seit Jahren immer wieder verschiedene Motive fotografiert, die mir gefallen“, erklärt der Künstler seine Arbeitsweise. Wardeski scannt seine Lieblingsmotive ein, druckt sie dann aus und malt nach diesen Vorlagen seine neo-realistischen, dann aber doch stark verfremdeten, großformatigen Panoramen, mit Acryl oder Ölfarbe auf Leinwand. Vor allem gelb, orange und rot strahlenden Sonnenauf- und -untergänge entfalten hinter und über eher schwarz-dunkel-blauen Industriekulisse eine intensive Leuchtkraft. Teilweise trägt Roland Wardeski bei der Produktion sechs bis sieben Farbschichten auf. „Bis ein Bild fertig ist, vergehen bis zu 150 Stunden.“