Die Duisburger Krankenhaus-Landschaft im Umbruch

Svenja Aufderheide
Die Duisburger Krankenhauslandschaft befindet sich seit einigen Jahren im Umbruch.
Die Duisburger Krankenhauslandschaft befindet sich seit einigen Jahren im Umbruch.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Die Krankenhaus-Landschaft befindet sich seit einigen Jahren im Umbruch. Der Trend geht zu größeren Klinikverbünden auf der einen Seite und zur Privatisierung von Krankenhäusern auf der anderen Seite. Neuestes Beispiel. Die Malteser St. Anna GmbH übernimmt zum 1. April 2013 das St. Josefshospital in Krefeld-Uerdingen. Damit betreibt der freigemeinnützige Träger neben Huckingen und Homberg dann einen dritten Standort in Uerdingen.

Die Malteser begründen den Schritt mit dem sich seit Jahren verschärfenden wirtschaftlichen Druck, der größere Einheiten in regionalen Gesundheitsnetzwerken nötig macht. Dabei helfe die enge Integration der Malteser am Niederrhein. Der bisherige Träger, die St. Franziskus-Stiftung, sitzt in Münster. Nun soll durch den Trägerwechsel ein neues Versorgungsdreieck Duisburg-Krefeld entstehen und dabei die kirchlichen Einrichtungen im Gesundheitsweisen erhalten bleiben.

Trägerwechsel sind nicht neu

Solche Trägerwechsel sind in Duisburg nicht neu. Vor sechs Jahren verkaufte die Stadt 49 Prozent ihres Klinikums-Anteils an den privaten Betreiber Sana, der nun schon seit längerem signalisiert, gerne die Mehrheit an der Gesellschaft übernehmen zu wollen.

Das Bistum Essen verkaufte 51 Prozent des katholischen Klinikums an den privaten Betreiber Helios, nachdem der Klinikverbund im Duisburger Norden tief in die roten Zahlen geschlittert war.

Immer mehr Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass sich vor allem öffentliche Träger wie die Kommunen immer mehr aus dem Krankenhaussektor verabschieden werden, weil sie aufgrund klammer Kassen nicht in der Lage sind, teure Investitionen in ihren Häusern vorzunehmen. Am Klinikum am Kalkweg soll der Investitionsstau bei rund 100 Millionen Euro liegen.

Bei kirchlichen Trägern läuft nicht alles rund

Doch auch bei den kirchlichen Trägern läuft nicht immer alles rund, wie das Beispiel Katholisches Klinikum Duisburg gezeigt hat. Das Bistum Essen hat vor zwei Jahren die Kosmas und Damian GmbH gemeinsam mit Marienhaus Holding GmbH in Waldbreitbach gegründet, um langfristig die Existenz katholischer Krankenhäuser im Bistum Essen im Wettbewerb durch eine starke Dachmarke zu sichern. Denn nicht nur das Katholische Klinikum Duisburg war in die roten Zahlen gerutscht, auch andere Krankenhäuser des Bistums waren wirtschaftlich angeschlagen.

Mit Helios als Mehrheitseigner in Duisburg sollen St. Johannes in Hamborn und die Marienklinik in Hochfeld sollen für 176 Millionen Euro aus- beziehungsweise neu gebaut werden, während die Standorte Neumühl (St. Barbara) und Dellviertel (St. Vincenz) nach dem Ausbau geschlossen werden sollen. Was mit der Rhein-Klinik als Reha-Klinik passiert, ist noch nicht entschieden.

Krankenhaus-Fusionen klappen nicht immer

Nicht immer klappen Krankenhaus-Fusionen. Das Hochfelder Bethesda und das Johanniter-Krankenhaus in Rheinhausen trennten sich 2010 nach drei Jahren unter einem formalen Dach wieder. Vor allem die Johanniter hatten auf die Trennung gedrängt, um wieder enger mit ihrem Mutterkonzern im Johanniter-Verbund zu agieren, der bundesweit 15 Krankenhäuser und Reha-Kliniken betreibt.