Die Duisburger entscheiden über die Zukunft von OB Adolf Sauerland

Am Sonntag dürfen etwa 366.000 wahlberechtigte Duisburger entscheiden, ob Adolf Sauerland ihr Oberbürgermeister bleiben darf oder nicht.
Am Sonntag dürfen etwa 366.000 wahlberechtigte Duisburger entscheiden, ob Adolf Sauerland ihr Oberbürgermeister bleiben darf oder nicht.

Duisburg. Am Sonntag haben die Bürger das Wort und entscheiden über die Zukunft von Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Rund 365.000 Wähler sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

Unter ihnen sind über 10.000 Erstwähler. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Insgesamt sind 357 davon eingerichtet worden. Etwa 3000 Wahlhelfer sind im Einsatz. Zum ersten Mal steht in Nordrhein-Westfalen damit ein Oberbürgermeister vor der Abwahl durch einen Bürgerentscheid.

Am Wetter wird es nicht gelegen haben, sollte die Wahlbeteiligung gering bleiben: Es wird zwar knackig kalt – morgens minus 9, mittags bis minus 3 Grad. Aber es soll heiter bis wolkig werden und keinen Niederschlag geben.

Im Gegensatz zu bisherigen Wahlen spielt bei der Abstimmung die Wahlbeteiligung eine entscheidende Rolle: Die Zahl der Ja-Stimmen – also für eine Abwahl des Oberbürgermeisters – muss die Mehrheit der abgegebenen Stimmen haben und zugleich mindestens 25 % der Stimmberechtigten ausmachen. Dieses „Quorum“ liegt derzeit bei rund 91.250 Stimmen, kann sich aber um einige Stimmen noch ändern.

Das Ja gegen Sauerland, das Nein für den OB

Beim Ankreuzen des Stimmzettels gilt: Wer den Oberbürgermeister abwählen will, muss mit „Ja“ ankreuzen, wer will, dass Adolf Sauerland im Amt bleibt, muss mit „Nein“ stimmen. Wo man seine Stimme abgeben kann, ist auf der Wahlbenachrichtigungskarte vermerkt.

Abstimmungsberechtigt ist, wer „Deutscher im Sinne des Artikels 116 Abs.1 des Grundgesetzes ist, die Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der Europäischen Union besitzt, das 16. Lebensjahr vollendet hat, seit mindestens 16 Tagen vor der Abstimmung im Abstimmungsgebiet der Stadt Duisburg seine Wohnung hat (27. Januar 2012) und nicht vom aktiven Wahlrecht ausgeschlossen ist“, heißt es im schönsten Amtsdeutsch.

LoveparadeAuch wer keine Benachrichtigungskarte hat, kann an der Abstimmung teilnehmen. Der Personalausweis/Identitätsausweis (etwa Reisepass) reichen dazu aus. Welches Wahllokal zuständig ist, kann man sowohl Samstag wie auch Sonntag noch durch einen Anruf bei Call-Duisburg unter der Rufnummer 0203/94 000 erfahren. Wenn die Wahllokale um 18 Uhr schließen, beginnt sofort die öffentliche Auszählung der Stimmen. Sobald das Ergebnis festgestellt ist, wird dieses durch den Abstimmungsvorsteher verkündet und an den zentralen Ergebnisdienst telefonisch übermittelt.

Gewaltiges Medieninteresse

Gegen 19.30 Uhr wird das vorläufige amtliche Endergebnis erwartet, das Stadtdirektor Peter Greulich im Rathaus vorstellen wird. Vorher soll keine einzige Zahl, kein Zwischenstand durchsickern. Das Ergebnis wird zeitgleich auch im Internet (www.duisburg.de) bekannt gemacht.

Das Medieninteresse ist gewaltig. Über 100 Journalisten haben sich akkreditieren lassen. Alle großen Sender schicken Fernsehteams, die Tagesschau plant mit einem Live-Beitrag.

Sollte die erforderliche Stimmenzahl für die Abwahl erreicht werden, hat Oberbürgermeister Sauerland Zeit bis Mittwoch, um seinen Schreibtisch zu räumen. Denn dann wird der Wahlausschuss tagen, um das amtliche Endergebnis festzustellen.

 
 

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