Die Bahnhofsplatte ist für die User Duisburgs größter Bauflop

Foto: WAZ FotoPool
Welches Projekt ist Ihrer Meinung nach der größte Duisburger Bauflop? Der Zwischenstand unseres Votings zu dieser Frage: Die User finden den Stillstand auf der Bahnhofsplatte noch ärgerlicher als um den Baustopp auf der Skandalbaustelle zur Erweiterung der Küppersmühle.

Duisburg.. Nach dem Zwischenstand unseres Votings zu den größten Duisburger Bauflops ärgert die Duisburger nicht so sehr wie die Pleite mit der Platte, also die unverändert kahle Großfläche vor dem Hauptbahnhof: Mit 52 Prozent liegt die seit fast zwei Jahren auf eine Gestaltung wartende Überdeckelung der Autobahn A 59 in der Hitliste der Baupannen ganz vorne (Stand: Dienstagmorgen).

Mehr als 3500 Stimmen gaben die User bislang bei unserer Online-Abstimmung ab. Nach dem öden Bahnhofsvorplatz folgen auf den Plätzen die Erweiterung der Küppersmühle mit 42 Prozent sowie mit jeweils drei Prozent das teuer gewordene Landesarchiv und das Eurogate am Holzhafen, auf dessen Realisierung nach dem Abspringen von Investor Kölbl-Kruse wohl noch länger gewartet werden muss.

Büros sind nur am Rande vorstellbar

Gedanken über Alternativen für den Bürobau Eurogate, den sich Innenhafen-Masterplaner Lord Norman Foster als kühn geschwungen Sichel voller Büros vorstellte, hat sich in seinen letzten Amtstagen auch Ex-Planungsdezernent Jürgen Dressler gemacht und einigen Kommunalpolitiker übermittelt. Im Mittelpunkt steht dabei öffentlich geförderter Wohnungsbau in den vier bis fünf Obergeschossen, darunter im Erdgeschoss Gastronomie und Läden und oben – quasi als Krönung – Dachgärten und Luxuswohnungen.

Büros kann sich Dressler auch vorstellen, aber nur am Rande. Als Nutzer der durchweg kleinen Läden denkt der Ex-Planungschef unter anderem an Gründer, „vielleicht auch etwas Verrücktes“ oder Anbieter regionaler Produkte, jedenfalls orientiert am Freizeit- und Tourismuscharakter des Innenhafens.

Stillstand an der Steinschen Gasse

Fragen wirft inzwischen auch der Stillstand auf einer weiteren Innenstadt-Baustelle auf, nämlich an der Steinschen Gasse. Die auf dem archäologisch sensiblen Altstadt-Gelände erforderlichen Untersuchungen des Untergrunds nach historischen Überbleibseln sind längst abgeschlossen, doch von einem Beginn der Arbeiten am geplanten Medizinzentrum ist nichts zu sehen. Gegenüber der WAZ betonte der Investor vor wenigen Wochen, es gehe bald los mit den Bauarbeiten, doch liegt laut Stadtverwaltung für das Vorhaben auf der Langzeit-Brache bisher noch kein vollständiger Bauantrag vor.

Wo es offenbar aber tatsächlich einmal weitergeht, ist einige Schritte weiter nördlich: An der Steinschen Gasse/Ecke Münzstraße, wo das neue Domizil für Stadtbibliothek und Volkshochschule entstehen soll. Auf der Fläche, die lange Jahre vom unansehnlichen alten Boecker-Haus – trotz aller Anstrengungen von Nachnutzer „Knüllermarkt“ – verunziert war, wird nach dessen Abriss wahrscheinlich im August mit den Neubauarbeiten begonnen, erklärte Bauherr Axel Funke von Multi Development, der auch schon für das „Forum“ und die „Königsgalerie“ verantwortlich zeichnete und damit für immerhin zwei Innenstadtprojekte, die auch verwirklicht wurden.

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