DGB erwartet in Duisburg 10.000 Teilnehmer

Thomas Richter
Auch im Vorjahr lud der DGB Niederrhein in den Landschaftspark Nord.
Auch im Vorjahr lud der DGB Niederrhein in den Landschaftspark Nord.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Der 1. Mai ist im Volksmund als „Tag der Arbeit“ bekannt. Ein Motto, das auch für Ray Wilson gilt. Der letzte Sänger in der Band-Historie von Genesis hat nämlich nicht frei. Er ist an diesem Dienstag musikalischer Stargast bei der Mai-Kundgebung des DGB Niederrhein im Landschaftspark Nord. Rainer Bischoff, der Regionsvorsitzende des DGB, rechnet bei gutem Wetter mit 10.000 Teilnehmern.

Los geht’s am 1. Mai um 11 Uhr mit einem Demonstrationszug. Dieser führt die Gewerkschafter und ihre Mitstreiter vom Startpunkt am Amtsgerichtsvorplatz in Hamborn zum offiziellen Kundgebungsgelände nach Meiderich in den Landschaftspark Nord. Auf dem Platz neben der Kraftzentrale werden ab 12 Uhr Bischoff selbst sowie Seyit Cakir (Sprecher des Migrationsausschusses in der IG BCE) erst einige Grußworte sprechen, ehe die Hauptrednerin ans Mikrofon auf der Hauptbühne tritt. Das ist Dorothea Schäfer, die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in NRW.

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„Gerechte Löhne, soziale Sicherheit“ heißt das Motto. Und Rainer Bischoff verdeutlichte bereits im Vorfeld der Veranstaltung, dass der DGB die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro erneuern wird. 21 EU-Länder hätten ihn bereits, 80 Prozent der Bundesbürger wünschten ihn sich. „Deshalb werden wir weiter für den Mindestlohn kämpfen“, so Bischoff. Mit Blick auf die im Mai anstehende Landtagswahl attestierte Bischoff, bekanntermaßen selbst ein SPD-Landtagsabgeordneter, der rot-grünen Minderheitsregierung eine aus DGB-Sicht „sehr erfolgreiche Arbeit“. Die DGB-Gewerkschaften forderen nun von allen Parteien, dass sie sich gegen prekäre Beschäftigung und Leiharbeit aussprechen. „Wir brauchen zudem Bildungs-Chancen, die allen offen stehen und mehr Steuergerechtigkeit“, sagt er. Auch das Szenario eines Stellenabbaus im öffentlichen Dienst werde der DGB definitiv nicht mittragen.

Warnstreiks kommen

Zudem gebe es laufende Tarifrunden. Die IG Metall und die IG BCE fordern eine Lohnerhöhung von 6 %. „Der Abschluss von Verdi gilt als Maßstab für alle Branchen“, so Bischoff. Die erst kürzlich von Verdi erkämpften 6,3 % – gestreckt auf zwei Jahre – sollten es also mindestens sein. Um diese Forderung zu untermauern, hat die IG Metall für kommende Woche erste Warnstreiks angekündigt. Nach WAZ-Informationen werden dann auch direkt Groß- und Kleinbetriebe in Duisburg bestreikt.

Zur Teilnahme an der Mai-Kundgebung haben auch Friedhelm Bierkant, der Bezirksvorsitzender der IG BAU Duisburg-Niederrhein, sowie Günter Zirbi als Stadtverbandsvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) aufgerufen.