Der Verein Ruhrpott-Bullis organisiert Duisburgs erste Hundemesse

Der Verein Ruhrpott-Bullis setzt sich gegen die Diskriminierung von sogenannten Anlagehunden ein.
Der Verein Ruhrpott-Bullis setzt sich gegen die Diskriminierung von sogenannten Anlagehunden ein.
Foto: Privat
Der Hunderverein Ruhrpott-Bullis organisiert in Zusammenarbeit mit dem Prints-Verlag die erste Duisburger Hundemesse. Die „Ruhrpott-Hundemesse“ findet am 24. August im Steinhof statt und bietet neben einem breiten Angebot für Hundeliebhabern, dem Verein die Plattform für ihre Hunde zu werben.

Duisburg. Sie lieben Hunde. Und weil sie nicht allein dieser Leidenschaft frönen in einer Stadt, in der über 20.000 Hunde leben, es aber bis dato keine Messe für die Vierbeiner und ihre Halter gibt, hat sich der Verein Ruhrpott-Bullis entschlossen, eine solche in Eigenregie und mit Unterstützung des Prints-Verlags auf die Beine zu stellen.

Die erste „Ruhrpott-Hundemesse“, die am 24. August von 11 bis 18 Uhr im Steinhof in Huckingen läuft, soll Hundehaltern aus Duisburg und Umgebung einen Überblick geben über die vielen Angebote, die es auf dem Sektor gibt: von Vereinen über Friseure und Physiotherapeuten für die Vierbeiner bis hin zu Futterhändlern, die mehr verkaufen als das Durchschnittsfresschen.

Keine Kampfmaschinen

Nutzen wollen die Ruhrpott-Bullis die Messe aber auch in eigener Sache. Denn: Sie lieben Hunde, vor denen andere Menschen sich oft fürchten. Gerade deshalb lieben sie diese Vierbeiner. Nicht, um mit ihnen ihren Zeitgenossen Angst einzujagen, sondern weil sie der Meinung sind, dass Pitbull, Staffordshire und Co. es nicht verdient haben, ständig als Kampfmaschinen diskriminiert zu werden, nur weil irgendwelche Möchtegerngangster und Gernegroße diese Hund zu solchen gemacht haben. „Wir müssen uns ständig mit Vorurteilen herumschlagen und dagegen ankämpfen“, sagt Nadine Grafe, die selbst einen Mischling aus Beagle und Miniatur-Bullterrier sowie einen Boxermischling besitzt.

Die beiden Tiere fallen zwar nicht unter die Gefahrhundeverordnung von Nordrhein-Westfalen, aber Bulli-Mischling Wotan lässt doch manchen einen Bogen um ihn schlagen. „Für uns sind das ganz normale Hunde“, betont Nadine Grafe. Mit sechs Gleichgesinnten hat die 22-jährige, die in Bochum das Fach Soziale Arbeit studiert, den Verein Ruhrpott-Bullis gegründet. Und dem hat das Amtsgericht im April dieses Jahres die Gemeinnützigkeit bescheinigt.

„Weil wir nicht nur zusammen Gassi gehen wollten, sondern aktiv etwas gegen die Diskriminierung unserer Hunde tun und auch gemeinnützig sein wollten, haben wir beschlossen, den Verein zu gründen. Unser überschüssigen Einnahmen, die wir nicht für die Vereinsarbeit brauchen, spenden wir an den Kölner Tierschutzverein Pitbull, Stafford & Co., der sich um die sogenannten Anlagehunde kümmert, die ausgesetzt, abgegeben oder misshandelt worden sind“, erzählt Nadine Grafe, die auch den Vereinsvorsitz übernommen hat. Weil sie gerne fotografiert, vor allem Hunde natürlich, bietet sie zusammen mit ihrer besten Freundin Kerstin Treisch Fotoshootings für Hundebesitzer an.

Die Aufnahmen entstehen entweder draußen im Freien oder in einem umgebauten Kellerstudio in Wanheimerort. Fotos, die ebenfalls dazu beitragen sollen, sich den Bildern von Bullis und Konsorten als rasende Kampfhunde entgegenzustemmen.

Hundeführerschein für alle

Nadine Grafe: „Alle Hunde können zubeißen, auch Schäferhund und Labrador. Kein Hund wird aggressiv geboren, das Problem hängt immer am anderen Ende der Leine. Aber Leinenzwang, Maulkorbpflicht und Zuchtverbot gelten in NRW nur für sogenannte Anlagehunde, die als gefährlich eingestuft werden.“ Darunter würden zwar weder ihre beiden Mischlinge fallen, noch die beiden Miniatur-Bullterrier ihrer Freundin Kerstin. Dennoch mache sich der Verein für die ständig verunglimpften Anlagehunde stark. „Das sind unserer Ansicht nach ganz normale Hunde. Und wir denken, dass eine Sachkundeprüfung nicht nur für bestimmte Rassen gelten sollten, sondern ein Hundeführerschein von allen Hundebesitzern gefordert werden müsste. Jeder, der sich einen Hund anschafft, sollte doch die notwendigen Fachkenntnisse besitzen“, meint die Studentin.

Das nächste Ziel ist allerdings nicht der Kampf um eine Änderung der Verordnung, sondern eben die 1. Ruhrpott-Hundemesse in Duisburg, für die der Verein noch weitere Teilnehmer aus Duisburg und Umgebung sucht.

 
 

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