Der Schulbesuch kostete zehn Mark

Wanheimerort..  Vor 60 Jahren haben sie der Knabenrealschule an der Wacholderstraße verlassen. Aus den Jungs sind inzwischen gestandene Männer geworden. Ihren Lehrer, Erich Grimoni, haben sie noch in guter Erinnerung. Mit dem Sohn gab es beim jüngsten Klassentreffen nun ein Wiedersehen. Lorenz Grimoni führte als Leiter des Museums der Stadt Königsberg am Innenhafen die Gruppe durch die Sammlung. Später unternahmen die ehemaligen Realschüler noch eine Stadtrundfahrt, bei der es zum Beispiel über das Logport-Gelände ging. Nicht nur Auswärtige, die teils aus Hamburg angereist waren, staunten nicht schlecht, wie sich die Stadt verändert hat.

Der Besuch der Realschule kostete damals noch Schulgeld. 10 Mark mussten die Eltern pro Monat bezahlen. Viel Geld. „Mein Lehrlingslohn Ende der 1950er Jahre betrug 88 Pfennig“, vergleicht Theodor Groesdonk. Um an der Realschule aufgenommen zu werden, musste er damals einen Test machen. „Mein Grundschullehrer hat mir empfohlen, diesen zu machen“, sagt der heute 78-Jährige.

An die Zeit erinnert er sich gerne, vor allem an den Klassenlehrer. „Grimoni war kein Pauker, sondern ein Pädagoge, der uns auch Freiheiten ließ“, erinnert sich Theodor Groesdonk. So wollte der Lehrer zum Beispiel wissen, wer denn seine Hausaufgabe vergessen habe. „Wenn man ihm sagte, dass man keine Zeit hatte, weil man mit der Freundin unterwegs war, hat er das akzeptiert.“ Aber wehe, einer verschwieg ihm, dass er die Aufgaben nicht gemacht hat. „Da konnte er konsequent sein.“ Also sagten sie lieber direkt die Wahrheit.

Unterricht wechselweise

34 Knaben drückten in Groesdonks Klasse bis 1955 die Schulbank. Die Jungs teilten sich das Gebäude mit den Mädchen. Mal hatten die eine Woche vormittags Unterricht und die Jungen nachmittags, dann wieder umgekehrt. „Wir kannten das ja nicht anders, vermisst haben wir nichts“, erzählt Theodor Groesdonk.

EURE FAVORITEN