Der lange Abschied von Shaa Khan

Thomas Becker

Hinter den Mauern der traditionsreichen humanistischen Lehranstalt lebt immer noch der Geist des deutschen Krautrocks. Hoch oben über dem Schulhof des Landfermann-Gymnasiums proben lange nach Schulschluss fünf gestandene Rock-Musiker für ein mit Spannung erwartetes Konzert.

Glaubt man den finsteren Prognosen, so findet am Samstag, 8. Februar, über 40 Jahre nach der Gründung der legendären Duisburger Band „Shaa Khan“ deren „vorerst letzter Auftritt“ im Grammatikoff am Dellplatz statt. Sänger und Gitarrist Heiner Waldmann gab uns einen Einblick in die reiche Geschichte einer der ersten Duisburger Rock-Bands, die mit „Someone’s Calling“ in den 80er-Jahren sogar einen großen Hit in der WDR-Schlagerrallye hatte und die sich 1993 im gemeinsamen Konzert mit Peter Burschs „Bröselmaschine“ eigentlich schon für immer von der Szene verabschieden wollte. Wie Heiner Waldmann sagt, kam es wohl 1974 im Kulturzentrum Eschhaus an der Niederstraße nach einigen Bierchen zu einem lockeren Gespräch zwischen ihm und den Urgründern von „Shaa Khan“, zu denen auch der über die Stadtgrenzen hinaus recht bekannte Schlagzeuger Walter Kaulhausen gehörte. Von da an war der Lehrer Heiner Waldmann Mitglied einer Rock-Band, deren Namen über viele Jahre Konzertplakate schmückte und auch für einige hörenswerte Plattenaufnahmen verantwortlich war.

Doch eine Profi-Karriere steuerte keiner der Musiker an. Und die Entwicklung der Duisburger Rock-Szene hat ihnen Recht gegeben. Heiner Waldmann: „Das Geschäft ist hart geworden. Gute Auftrittsmöglichkeiten sind rar. Sollten wir nicht noch mal ein nettes Angebot bekommen, könnte dies vorerst unser letzter Auftritt gewesen sein.“

Zur Band gehören heute neben Heiner Waldmann und Walter Kaulhausen immer noch Gitarrist Wolfgang „Kralle“ Döhr, Keyboarder Horst Schlechtriemen, Sänger Klaus Grandt und Bassist Jochen Gutermuth, die nun mit „Shaa Khan“ eine erneute öffentliche Wiedergeburt feiern. Angekündigt sind für das Grammatikoff-Konzert Songs, die schon auf der 2009 aufgenommenen Live-CD zu hören sind.

Karten: www.grammatikoff.de.