Der Grüngürtel in Duisburg-Bruckhausen ist endlich fertig

Stefan Endell
Links der neue Park in Bruckhausen, dort wo einst Wohnhäuser standen. Rechts, getrennt  von der Kaiser-Wilhelm-Straße,  die TKS-Stahlproduktion.
Links der neue Park in Bruckhausen, dort wo einst Wohnhäuser standen. Rechts, getrennt von der Kaiser-Wilhelm-Straße, die TKS-Stahlproduktion.
Foto: FUNKE Foto Services
Nach acht Jahren Planung, Streit, Ankauf, Abriss, Rückbau, Neubau feiert ein ehrgeiziges Stadtentwicklungsprojekt mit einem Fest seine Vollendung.

Duisburg-Bruckhausen. Auch der längste Marathonlauf führt irgendwann einmal durchs Ziel: So am kommenden Samstagmittag im Duisburger Norden, wo ein 72 Millionen Euro gewichtiges wie ehrgeiziges Stadtentwicklungs-Projekt namens „Grüngürtel Duisburg-Bruckhausen“ nach achtjähriger Zeit der Planung, des hitzigen Wettstreites um Ankauf, Abriss, Rückbau und Neubau nunmehr mit einem großen Volksfest gefeiert werden soll. Mission erfüllt, die Zukunft kann beginnen.

So sehen es Oberbürgermeister Sören Link und Stadtplanungsdezernent Carsten Tum, die gestern zusammen mit Vertretern von Thyssen-Krupp-Stahl und der städtischen Entwicklungs-Gesellschaft Duisburg (EGDU) im neuen Park vor die Presse traten.

Von Land, Bund, EU und Thyssen-Krupp finanziert

Der „Park vor der Haustür“, wie der Bruckhauser Grüngürtel heißen soll, hat nach Worten von OB Link „eine große Strahlkraft für die ganze Stadt“. Er sei zukunftsweisend und biete eine große Chance für ein attraktiv gewordenes Wohnquartier am Rande der Stahlindustrie, für ein Viertel, das sich in „großer Schieflage befand“. Er sei zudem mit über 500 neu angepflanzten Bäumen bestes Beispiel für Duisburg als die „Grüne Stadt“.

Der Grüngürtel ist eine von Land, Bund, EU und Thyssen-Krupp finanzierte Stadterneuerungsmaßnahme in den drei Nord-Stadtteilen Marxloh, Bruckhausen und Beeck. Mit der Umsetzung des Projektes wurde im Jahr 2008 begonnen.

Erklärtes Ziel war es , durch Abriss von oft auch leerstehenden Häusern in schlechtem Zustand die Wohn- und Lebensqualität der Einwohner vor Ort in den Stadtteilen zu stabilisieren und zu verbessern. Dafür wurden zwischen 2008 und 2015 bislang 161 Wohngebäude abgerissen und 450 Haushalte mit mehr als 1000 Bewohnern in neue Wohnungen umgesiedelt. Jeder zweite von ihnen ließ sich im eigenen Stadtteil wieder ansiedeln.

Niemals schäbig werden lassen, was schön geplant war

In Bruckhausen wurde dann auf 8,3 Hektar freigeräumter Fläche zwischen Kaiser-Wilhelm-Straße und Reiner-/Bayreuther Straße im Schatten vom Thyssen-Krupp-Stahl der neue Park errichtet. „Dies ist“, so Dezernent Tum, „ein sinnvoller Puffer für eine entspanntes, zukunftsweisendes Nebeneinander von Industrie und Wohnen.“ Eine Einschätzung, die von kritischen Beobachtern außerhalb der Stadt indes massiv in Zweifel gezogen wird.

Erst 65 von 72 Millionen Euro sind nach Worten von Heiner Maschke, dem Geschäftsführer der als Sanierungsträger auftretenden EGDU ausgegeben worden. Der Rest stehe somit für kommende drei Jahrzehnte zur Parkpflege zur Verfügung. Damit hier niemals mehr etwas schäbig werde, was einst schön geplant war.