Der doppelte Dionysius im Duisburger Süden

Die St. Dionysius-Kirche prägt Mündelheim im Süden Duisburgs.
Die St. Dionysius-Kirche prägt Mündelheim im Süden Duisburgs.
Foto: Jürgen Metzendorf
Zwei kirchliche Bauten in Mündelheim und Serm tragen den gleichen Namen, aber es geht um zwei Heilige. Und einer davon macht’s spannend am 9. Oktober.

Duisburg.. Eine massiv gebaute Kirche mit ältesten Teilen aus dem 12. Jahrhundert, dem Heiligen Dionysius geweiht, prägt die Mündelheimer Ortsmitte. In Sichtweite, malerisch am Weg nach Serm gelegen, erfreut ein Kapellchen aus dem 18. Jahrhundert mit fein geschweiftem Giebel Spaziergänger und Radler, und auch diesmal ist Dionysius im Spiel. Aber, trotz der kurzen Distanz: Gleicher Name, anderer Heiliger.

Fangen wir beim Kirchen-Dionysius an. Die Ursprünge der Kirche in Mündelheim gehen auf christliche Niederlassungen in karolingischer Zeit zurück, ist beim Bistum Essen zu erfahren. 947 habe König Otto I. dem Stift der Roswitha von Gandersheim die Besitzungen in „Mundulingheim“ geschenkt.

Die heutige „spätromanische dreischiffige Pfeilerbasilika“ sei im 11. und 12. Jahrhundert entstanden. 1221 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt und 1308 verschenkt. Vom Grafen Adolf von Berg an das Düsseldorfer Stift, und daran sollte sich fast 500 Jahre nichts ändern. Das Pfarrgebiet umfasste laut Bistum bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts einen großen Teil des heutigen Duisburger Südens – was wohl auch die Größe der Kirche erklärt, die zunächst vor allem durch den wuchtigen fünfgeschossigen Turm beeindruckt. Ebenso sehenswert ist aber auch der Innenraum mit seinem Deckengewölbe.

Er wurde zum Märtyrer

Und der Heilige? Der ist ein ganz berühmter. Missionar war er in Gallien, erster Bischof von Paris im 3. Jahrhundert, und er wurde zum Märtyrer, als er auf Montmartre enthauptet wurde. Saint Denis wurde zum Nationalheiligen der Franzosen, als die Zeiten christlicher wurden. Dargestellt wird er häufig mit seinem Kopf in den Händen. Bei Kopfschmerzen soll er Hilfe leisten, heißt es seit Jahrhunderten. Ebenso lange wissen die Bauern: „Regnet’s an St. Dionys, regnet’s den ganzen Winter gewiss.“ Oder prägnanter im Süddeutschen: „Donisl nass, Winter nass.“ Es wird also spannend am 9. Oktober.

Und nun zum Kapellen-Dionysius, bei dem sich laut Inschrift über dem Eingang um einen Dionysius Areopagita handelt. Der lebte zwar zwei Jahrhunderte früher als der Kirchenheilige, aber auch auf dem Boden einer späteren Hauptstadt, nämlich in Athen, wo auch er es zum ersten christlichen Bischof brachte. Seiner wird in der katholischen wie auch der orthodoxen Kirche am 3. Oktober gedacht. Die 1723 erbaute Kapelle wird nach den amtlichen Denkmalakten bei Fronleichnams- und Bittprozessionen genutzt.

Wer jetzt die Sache mit den feinen Unterschieden bei den Heiligen ganz schön kompliziert findet, sollte auch noch wissen, dass die kleine Kapelle in den Feldern zwar zur Mündelheimer Gemeinde gehört, aber eindeutig auf Sermer Gebiet liegt.

 
 

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