Der Chinesische Garten im Zoo Duisburg ist ein Ort fernöstlicher Ruhe

Den Chinesischen Garten hat die Partnerstadt Wuhan Ende der 80er Jahre im Zoo angelegt und gestaltet.
Den Chinesischen Garten hat die Partnerstadt Wuhan Ende der 80er Jahre im Zoo angelegt und gestaltet.
Foto: Kerstin Bögeholz

Duisburg. Ist es mit jedem Schritt in Richtung Pagode ein bisschen ruhiger oder meint man das nur? Wie auch immer: Der Chinesische Garten im Zoo ist ein Zufluchtsort ganz eigener Art, ein Stückchen Fernost und längst ein liebgewonnenes Stück Duisburg der ganz eigenen Art.

Bambuspflanzungen markieren die Grenzen des Gartens, der unweit des Delfinariums im östlichen Teil des Tierparks liegt. Wasser ist ein wesentliches Gestaltungselement der Anlage, das Erinnerungsfoto auf der steilen Bogenbrücke ebenso Pflicht wie ein Besuch der „Halle des Glücks“, wie eines der typisch chinesischen Bauwerke heißt. Lotosblüten und Kirschbäume erfreuen zur ihrer jeweiligen Zeit Augen, Nase und Seele. Besonders empfehlenswert ist der Garten-Bummel in besucherschwachen Zeiten, ein Erlebnis aber auch an anderen Tagen.

Seit 1982 ist Wuhan Partnerstadt

Wie das kleine Stück China nach Duisburg kommt? Als Geschenk der Stadt Wuhan. 1982 wurde die Industriestadt mitten im „Reich der Mitte“ Partnerstadt Duisburgs, nach Jahrzehnten des „Kalten Krieges“ zwischen West und Ost eine durchaus ungewöhnliche Verbindung zum erzkommunistischen „Rotchina“. Beide Städte haben nach wie vor unübersehbare Gemeinsamkeiten. In Wuhan ist Chinas größter Binnenhafen, und die Stadt ist wichtiger Standort der Stahlindustrie. Und was die Lage angeht, heißt es über Wuhan bei Wikipedia: „Das ebene Stadtgebiet, welches von zahlreichen Seen geprägt ist, geht in südlicher Richtung in Hügelland über.“ Das passt auch weitgehend für Duisburg. Nur bei der Einwohnerzahl gibt’s einen kleinen Unterschied: Wuhan ist fast zehnmal größer.

Im Jahr 3 der Städtepartnerschaft fiel 1985 der Beschluss, den chinesischen Garten anzulegen. Chinesische Handwerker rückten an, chinesische Baumaterialien wurden beschafft und 1988 wurde die Eröffnung gefeiert.

Marmorlöwen sollen böse Geister fernhalten

Passende Tiere sind ebenfalls nicht weit, etwa die kleinen Pandas, deren natürliche Heimat China ist. Im Garten sind Mandschuren- und Saruskraniche zu bewundern, die laut Zoo „seit altersher in China als Reittiere der Unsterblichen verehrt werden“. Gut zu wissen. Ebenso wie die Bedeutung der großen Marmorlöwen am Eingang zum Garten: Sie sollen böse Geister fern halten. Bisher offenbar mit Erfolg.

Wie die Delfine und Koalas ist der Chinesische Garten in den letzten Jahren zum Alleinstellungsmerkmal des Tierparks am Kaiserberg geworden, aber völlig anders als die oft vom Publikum belagerten tierischen Top-Attraktionen als ein Ort von spürbarer Ruhe und Gelassenheit.

 
 

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