Der Chef ist mit dem Rad weg

Alfons Winterseel
Peter Reise vom Umweltamt und Georg Puhe vom Stadtplanungsamt auf den Diensträdern.
Peter Reise vom Umweltamt und Georg Puhe vom Stadtplanungsamt auf den Diensträdern.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Wenn Georg Puhe vom Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement einen Außentermin in Homberg hat, dann schwingt er sich – bei passendem Wetter – auf ein Dienstfahrrad, das im Keller des Stadthauses neben dem Theater steht. Und wenn er Glück hat, kann er eines der beiden Elektro-Fahrräder nehmen, die ihn beim Strampeln im Dienst der Umwelt unterstützen. So kommt er dann nicht völlig durchgeschwitzt in Homberg an.

„Es geht aber auch anders“, weiß Peter Reise vom Umweltamt, wo man „qua Amt“ auf umweltfreundliche Mobilität setzt. Muss er vom Amtssitz im Hoist-Haus am Hauptbahnhof zum Beispiel nach Rheinhausen, holt er das Dienstfahrrad, radelt kurz rüber zum Bahnhof und nimmt den nächsten Zug über den Rhein. „Mit meinem Firmenticket kann ich das Rad kostenlos mit in den Zug nehmen. Und vom Bahnhof Rheinhausen geht’s dann weiter: Bike & Ride.“

Fahrten zwischen Dienststellen

20 Diensträder sind bei der Stadtverwaltung im Einsatz. „Zwischen 350 und 400 Mitarbeiter haben sich als Nutzer registrieren lassen“, erklärt Georg Puhe, dessen Chef, Dezernent Carsten Tum, auch dazugehört. „Für kurze Strecken zwischen Dienststellen im Bereich der Innenstadt, ja selbst bis nach Ruhrort und Meiderich lohnt es sich, mal eben aufs Rad zu steigen.“ Natürlich gelte das nicht für jeden Aufgabenbereich der Mitarbeiter. Aber im Amt für Umwelt und Grün sei man beispielsweise viel mit dem Fahrrad unterwegs auf Deichen, Radwegen, in Parkanlagen oder Kleingärten, wenn es die Arbeit erfordere.

Rechnet man die Kilometerleistungen der Stadtplanung und des Umweltamtes zusammen, bringen es die Räder auf rund 8000 Kilometer im Jahr. „Neben CO2 vermindern sich auch Feinstaub und Stickoxid-Ausstoß“, so Peter Reise.

Fahrradnutzung soll attraktiver gemacht werden

Ein nicht unwichtiges Argument, wenn man an die Umweltzonen denke. „Die EU hat schließlich die Notifizierung der Umweltzonen abgelehnt“, erklärt Peter Reise. „Damit hat Deutschland den EU-Vertrag verletzt und es kann bald theoretisch zu Verschärfungen in den Umweltzonen kommen.“ Die Entscheidung sei aber außerhalb der Einflussmöglichkeit der Stadt.

Durch Reduzierung der Verkehrsflächen für den motorisierten Individualverkehr in der Innenstadt um 30% bei gleichzeitigem Ausbau des Radwegenetzes sollen die Umweltbelastungen in der City sinken. Straßen werden von vier auf zwei Spuren reduziert, breite Radfahrspuren markiert. So soll die Nutzung des Fahrrads attraktiver gemacht und der Autoverkehr herausgehalten werden.

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