Der blonde Engel Tina Dico und ein Isländer mit Wiener Schmäh

Die dänische Sängerin Tina Dico begeisterte beim Traumzeit-Festivakl in Duisburg.
Die dänische Sängerin Tina Dico begeisterte beim Traumzeit-Festivakl in Duisburg.
Foto: Ralf Rottmann

Duisburg. Es waren mit die stillsten, aber ganz sicher auch mit die schönsten Momente des Traumzeit-Festivals: Das Konzert von Tina Dico und ihrem Mitstreiter und Lebensgefährten Helgi Jonsson am Samstagabend in der prall gefüllten Gebläsehalle geriet zum Triumphzug. Der blonde Engel und der Isländer mit Wiener Schmäh rissen das faszinierte und restlos begeisterte Publikum am Ende von den Sitzen: Stehende Ovationen für dieses delikate Duo. Und das völlig zu Recht!

Tina Dico betritt im anthrazitfarbenen, ärmellosen Kleid die Bühne. Ihre blonde, wilde Mähne hat sie zumindest teilweise gebändigt – zu zwei braven Zöpfen. Helgi Jonsson setzt im Dressman-Look auf einen silber schimmernden, eng anliegenden Anzug. Er ist in den nächsten 75 Minuten der Mann für die Tasteninstrumente (Klavier, Synthezizer), hinterlässt aber später auch an der Posaune Eindruck und sorgt als Background-Sänger für die feine Untermalung der Stücke.

Dominiert werden diese aber von der wunderbar warmen und voluminösen Stimme Tina Dicos. Die begnügt sich mit der Bedienung einer Konzertgitarre. Diese leisen Töne, aber auch die fantastisch illuminierten Wände und Bühnenbereiche sorgen für eine innige, ja intime Atmosphäre – fast so wie bei den legendären Unplugged-Konzerten des Fernseh-Musiksenders MTV.

Hinzu kommen der Charme und der Witz der beiden Akteure, die sich nicht nur musikalisch, sondern auch verbal brillant die Bälle zuspielen. Und richtig Gänsehaut gibt’s, als Dico wie eine Chorleiterin die Gebläsehalle zum Mitsingen bringt. Die Sängerin strahlt beseelt. So wie all’ ihre verzauberten Zuhörer.

 
 

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