Der androgyne Edelpunk des Kabaretts

Kay Ray, der androgyne Edelpunk.
Kay Ray, der androgyne Edelpunk.
Foto: Olaf Fuhrmann

Duisburg..  „Wissen Sie eigentlich, worauf Sie sich eingelassen haben?“, fragt Comedian Kay Ray eine Berufsschullehrerin im Publikum, die mit ihren Friseurlehrlingen zu seinem Auftritt im ausverkauften Grammatikoff gekommen ist.

Dann warnt der androgyne Edelpunk des Kabaretts die Lehrerin lieber schon mal vor. Klar, er könne den Azubis einiges beibringen und über Style und Haare plaudern, das wolle er jedoch nicht. Er wolle lieber zeigen, wie man mit seinen Mitmenschen umgeht. Und das ist nicht zur Nachahmung empfohlen. Im Gegenteil: Es wird dreckig, aber lustig.

"Ich nehme kein Blatt vor den Mund"

„Ich nehme kein Blatt vor den Mund“, sagt Kay Ray lächelnd und holt zu seinem Rundumschlag aus. „Nehmen wir die Religion. Die ist ein großes Problem. Der Islam hat allerdings gute Ansätze. Da werden Frauen verkleidet. Das ist sinnvoll, denn ich warte schon ewig darauf, dass jemand Angela Merkel verschleiert“. Dann überlegt er kurz: „Oder jemand nimmt ihr die Perücke ab und alle sehen, dass es sich nur um Hape Kerkeling handelt.“

Der Entertainer, der sich selbst als „schwulen Edding“ bezeichnet, nimmt dann erst richtig Fahrt auf. „Man sollte gerade denen mit Humor entgegentreten, die nicht viel zu Lachen haben.“ Deshalb pflege er einen „lockeren“ Umgangston gegenüber Behinderten. „Letztens habe ich jemanden im elektrischen Rollstuhl gefragt, wie schnell er fahren kann und er meinte: Bis zu sechs Km/h. Ich sagte, dass das doch lahm ist und ich an seiner Stelle lieber laufen würde.“

Gäste können sich kaum noch auf den Sitzen halten

Den Gäste können sich bei solchen Sprüchen kaum auf den Sitzen halten. „Kriegst Du noch Luft?“, fragt eine Frau ihre Freundin, die nur den hochroten Kopf schüttelt, weil sie vor Gelächter nicht antworten kann.

Kay Ray bekennt jedoch auch, selbst oft Opfer von Diskriminierungen zu sein. „Wenn jemand so aussieht wie ich, machen sich Leute über einen lustig“, sagt er und berichtet von Verbalattacken, die er jedoch stets zu kontern weiß. Und zwar so derbe, dass einem fast das Lachen im Halse stecken bleibt.

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