Denkmal anders in Duisburger Salvatorkirche

Die Jam Night in der Salvatorkirche gehörte verschiedenen Musikgruppen wie der Taikotrommel-Truppe „Shakti Daiko".
Die Jam Night in der Salvatorkirche gehörte verschiedenen Musikgruppen wie der Taikotrommel-Truppe „Shakti Daiko".
Foto: FUNKE Foto Services
Bands brachten der Salvatorkirche ein Geburtstagsständchen, und das Publikum konnte sich über verschiedene Musikstile freuen.

Duisburg..  Mit ihren 700 Jahren hat die Salvatorkirche bisher vor allem Orgelmusik gehört. Zum Geburtstag sollte sich das am Samstag aber ändern. Bei der Jam Night traten vor gut hundert Zuhörern zehn verschiedene Acts auf, die ganz andere Musik in die Kirche gebracht haben, von japanischen Trommelklängen bis hin zu Alternative-Rock-Musik

„Zum Feiern gehört Musik einfach dazu. Deshalb ist die Jam Night für mich einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten zum Jubiläum“, findet die Pfarrerin Sarah Süselbeck. Die Pfarrerin hatte freie Hand bei der Auswahl der Musiker und hat sich ganz bewusst für die Vielfältigkeit entschieden: „Das passt zu unserem Motto: ‚Denkmal anders‘. So wollte ich auch Leute in die Kirche holen, die sonst vielleicht nicht so oft hier sind.“

Charthits und Rock

Das ist gelungen. Lisa Holzhey und Dagmar Maßen sind begeistert. „Hier herrscht wirklich eine ganz tolle Atmosphäre“, sagt Maßen. Der neunköpfige Gospelchor „Joyful Noise“ singt davon erhobenen Hauptes durch die Welt zu gehen. Das Publikum ist begeistert und schenkt dem Chor das, was es seltener in Kirchen zu hören gibt: Jubel und Applaus.

Mit Judith Bothe als Studentin der Kirchenmusik und Franziska Fait als Studentin des klassischen Gesangs treten zwei Musikerinnen auf, die auf den ersten Blick perfekt in das Ambiente der Kirche passen. Allerdings haben die beiden Lieder mitgebracht, die die meisten wohl eher aus dem Radio als aus der wöchentlichen Messe kennen, wie etwa „Love Story“ von Chartstürmerin Taylor Swift.

Die Mitglieder der Band „The Second Try“ sind vor ihrem Auftritt etwas nervös. „Die machen ganz andere Musik, als wir. Ich bin gespannt, wie wir ankommen werden“, meint Bassist Fabian Jatho. „The Second Try“ macht Alternative-Rock-Musik und sorgt damit wohl für den größten Stilbruch am Samstag. „Für uns ist es eine absolute Ehre, Teil dieses Jubiläums zu sein“, freut sich Sängerin Verena Janßen.

Als dann die ersten Takte des Schlagzeugs ertönen und Verena Janßen anfängt zu singen, ist eines klar: Diese Band spaltet die Zuhörer. Während einige Besucher freudestrahlend den Takt aufnehmen, halten sich andere die Ohren zu und verlassen die Kirche.

Dabei fordert das erste selbstkomponierte Lied „In hell“ („In der Hölle“) die Leute auf, ihre Augen nicht vor dem Elend in der Welt zu verschließen. Aber für manche Besucher war das dann wohl doch eine zu große Portion „Denkmal anders“.

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