Demozug durch Duisburger City mit riesigen Joint-Attrappen

Sarah Schröer López
Auch Carsten (28) und Daniela (27) mit ihren riesigen Joint-Attrappen demonstrierten am Samstag für die Legalisierung von Cannabis.
Auch Carsten (28) und Daniela (27) mit ihren riesigen Joint-Attrappen demonstrierten am Samstag für die Legalisierung von Cannabis.
Foto: Lars Heidrich
Duisburger Ortsgruppe des deutschen Hanfverbandes beteiligte sich am „Global Marihuana March“, um für die Legalisierung von Cannabis zu demonstrieren.

Duisburg. „Keine Pflanze ist illegal“ und „Gleichberechtigung für alle“ – so steht es auf den Schildern, die etwa 80 Demonstranten am Samstag durch die Innenstadt trugen, um sich für die Legalisierung von Cannabis auszusprechen. Die Teilnehmer schwenken aus Tonpapier gebastelte Joints in der Luft und rufen: „Gebt das Hanf frei, legalize it!“

Der Demonstrationszug ist Teil des „Global Marihuana Marchs“. Weltweit gehen Leute Anfang Mai auf die Straße, um ein Zeichen gegen das Verbot der pflanzlichen Droge zu setzen. Das diesjährige Motto lautete: „Zeiten ändern sich“. Duisburg war in diesem Jahr zum ersten Mal mit dabei. Die hiesige Ortsgruppe des deutschen Hanfverbandes hatte das in die Wege geleitet.

"Kiffen ist doch nicht gefährlicher als Alkohol zu trinken"

„Ich habe ein Bein amputiert bekommen und musste viele Tabletten nehmen. Cannabis hilft mir damit, um im Alltag besser klarzukommen“, sagt Bernd Schmidt, Mitglied in der Duisburger Ortsgruppe des Deutschen Hanfverbandes und Mitorganisator der Demo. Dass Cannabis verboten ist, kann er nicht verstehen: „Kiffen ist doch nicht gefährlicher als Alkohol zu trinken oder zu rauchen“, beschwert sich Schmidt. „Und selbst wenn: Wieso darf ich nicht selbst entscheiden, was ich mit meinem Körper mache? Warum nimmt der Staat mir das Recht?“, fragt der 26-jährige Lucien.

Aber es gibt auch Ausnahmen: Anfang April durften bundesweit 647 Menschen Cannabis legal in der Apotheke kaufen. Grund: Sie leiden unter Krankheiten, die mit Cannabis besser zu behandeln sind, als mit anderen Medikamenten. Am Mittwoch hatte das Bundeskabinett beschlossen, dass künftig die Krankenkassen die Kosten dafür tragen sollen. Das war bisher nicht der Fall.

Für die 50-jährige Angelika aus Gelsenkirchen, die eine solche Sondergenehmigung hat, ist das trotzdem keine große Erleichterung: „Wer die Kosten an die Krankenkasse abgibt, verpflichtet sich, Teil einer Studie zu werden“, klagt die 50-jährige, die tägliche Joints raucht, um ihre Schmerzen zu lindern.

Rede eines Piraten-Abgeordneten

„Die Menschen werden zu Versuchskaninchen. Das ist staatliche Erpressung“, meinte Lukas Lamla (Piraten). Der Landtagsabgeordnete setzt sich für die Legalisierung von Cannabis für Personen ab 18 Jahren ein. Er fügte hinzu: „Die Legalisierung von Cannabis würde Steuereinnahmen und neue Arbeitsplätze bringen. Der Schwarzmarkt würde verschwinden“, nannte er Vorteile einer Legalisierung. „Wir werden weiter demonstrieren, bis sich etwas ändert“, betonte Christian Ehmann, Mitorganisator der Demonstration.