Demo gegen Mahnmal-Plan am Innenhafen

Christian Vögelin (29) aus Oberhausen trauert um seine beste Freundin (Michaela, 29 aus Gladback). Er will kein Mahnmal am Innenhafen. Foto: Thomas Nitsche
Christian Vögelin (29) aus Oberhausen trauert um seine beste Freundin (Michaela, 29 aus Gladback). Er will kein Mahnmal am Innenhafen. Foto: Thomas Nitsche
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Christian Vögeling ist sauer. Am 24. Juli verlor er bei der Loveparade seine „allerbeste Freundin“, mit der er 29 Jahre lang aufgewachsen war. Er trauert und er wird es wohl noch eine Weile weiter tun. Doch hier genau beginnt sein Problem.

Denn die Pläne des „Bürgerkreis Duisburg“ stoßen ihm sauer auf. Der Bürgerkreis, in dem Vertreter der bürgerschaftlichen Vereinigungen Bürgerstiftung Duisburg, Pro Duisburg, Stadtsportbund, des Hochfelder Vereins „Zukunftsstadtteil“, des Integrationsrats und der Stadtverwaltung sitzen, will im Tunnel an der Karl-Lehr-Brücke lediglich eine Gedenktafel errichten. Die Trauergaben wie Kerzen, Briefe und Stofftiere wollen die Organisatoren währender einer Gedenkfeier am 4. September im Tunnel sammeln und dann in einem Glaskubus unterbringen, der im Innenhafen aufgestellt werden soll. „Das ist mies“, meint Christian Vögeling: „Im Innenhafen hat das Mahnmal nichts zu suchen. Es muss im Tunnel aufgestellt werden, wo das Unglück geschah.“ Eine Gedenktafel reiche dort nicht.

Das sieht auch Conni Hendrix so. Sie schrieb der NRZ in einer Email: „Wir finden, dass diese Vorgehensweise den Opfern dieser schrecklichen Tragödie nicht gerecht wird. Wir haben in den letzten Wochen über 1700 Unterschriften unter den Trauernden gesammelt und fordern die Errichtung eines Mahnmales direkt am Unglücksort und die Übernahme der Kosten durch die Stadt Duisburg.“

Um diese Forderung zu unterstützen und ein sichtbares Zeichen zu setzen, rufen die beiden am Donnerstag, 19. August, um 16 Uhr zu einer Demonstration vor dem Rathaus am Burgplatz auf und hoffen auf viele Teilnehmer, die ihr Anliegen teilen.

 
 

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