Demo gegen das Vergessen der Loveparade-Opfer

Simon Wiggen
Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool
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Duisburg. Eine Ratssitzung, eine Demonstration für OB Sauerland, eine nicht angekündigte Gegendemonstration und ein Flashmob für die Opfer der Loveparade: Der Montag in Duisburg wird spannend. DerWesten berichtet live aus dem Rathaus.

Die offizielle Trauerzeit nach der Loveparade ist vorbei. Sechs Wochen nach der Katastrophe findet am Montag um 14 Uhr die erste Ratssitzung in Duisburg statt, die sich mit der Katastrophe beschäftigt. Rund um diesen Termin wird im Internet zu zahlreichen Aktionen aufgerufen. „Alles was Beine hat sollte zum Rathaus kommen“, heißt es einem Aufruf, an der öffentlichen Sitzung teilzunehmen.

Die Stadt Duisburg hingegen verweist darauf, dass der Ratssaal bereits voll ist. Eine Tribüne ist für die Presse reserviert und für die andere Tribüne sind schon die obligatorischen Einlasskarten an etwa 40 interessierte Bürger ausgegeben worden. Für alle diejenigen, die dennoch vor Ort der Ratssitzung folgen möchten, hat die Stadt vorgesorgt. „Wir übertragen die Sitzung per Lautsprecher im Foyer des Rathauses und auch in der Cafeteria“, sagt Stadtsprecher Frank Kopatschek. Mehr Ordner oder ein Securitydienst seien für Montag jedoch nicht engagiert worden.

Flashmob vor dem Rathaus

Bereits vor der Ratssitzung ist eine Demonstration für Oberbürgermeister Adolf Sauerland geplant. Der Veranstalter, der anonym bleiben will, rechnet mit 100 bis 200 Teilnehmern. Bislang ist zwar noch keine offizielle Gegendemonstration bei der Polizei angemeldet worden, doch formieren sich im Internet anscheinend verschiedene Gruppen. Mindestens ein Flashmob ist vor dem Duisburger Rathaus geplant. Mit diesem im Internet verabredeten Zusammentreffen möglichst vieler Menschen will der Organisator an die Opfer der Loveparade erinnern. Los geht’s den bisherigen Planungen nach um 13.15 Uhr am Hauptbahnhof. Von dort wollen die Flashmobber mit einem schwarzen Oberteil bekleidet friedlich zum Rathaus ziehen und sich dort in einem Kreis auf den Boden setzten, während aus einem Lautsprecher ein Techno-Lied erklingt.

Die Duisburger Polizei ist bereits auf diese Hinweise im Netz aufmerksam geworden und beobachtet die Entwicklung. Da es in der Vergangenheit jedoch keine Probleme mit Flashmobs gegeben habe, die ausnahmslos friedlich verlaufen seien und maximal nur kurze Verkehrsbehinderung hervorgerufen haben sollen, sieht Polizei-Pressesprecher Stefan Hausch dieser Form einer Gegendemo gelassen entgegen.

DerWesten wird am Montag ab 14 Uhr einen Live-Ticker aus dem Sitzungssaal des Duisburger Rathauses mit den wichtigsten Neuigkeiten anbieten.