Dem Berufskolleg auf den Zahn fühlen

Korrosionsschutztechnik mag zunächst trocken klingen, auch wenn da meist Feuchtigkeit im Spiel ist. In welchen Bereichen diese Fachrichtung allerdings überall Anwendung findet, kann man am Samstag erfahren, wenn von 10 bis 14 Uhr ein „Tag der offenen Tür“ im Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg (FAL) stattfindet.

Seit 25 Jahren werden in Neudorf Korrosionsschutztechniker ausgebildet. Im deutschsprachigen Raum ist sie die einzige Fachschule mit dieser Fachrichtung. Erfolgreiche Absolventen sind als staatlich geprüfte Techniker im europäischen Ausland tätig. Wer denkt, Korrosionsschutztechniker beschäftigten sich lediglich mit Korrosionsschäden an Brücken oder Kränen, liegt falsch. Als Lisa Werner und Marcus Heusgen, die beide die Technikerschule besuchen, ihr Fachwissen in einem Projekt vereinen sollten, kamen sie auf die eher ungewöhnliche Idee, sich einer Zahnprothese anzunehmen. Inspiriert wurden die beiden durch Lisas Vater, einen Zahnarzt, der ihnen eine Prothese mitbrachte, die so stark von Korrosion befallen war, dass sie nicht mehr einsatztauglich war. Die beiden Schüler fanden heraus, dass neben den verwendeten Materialien auch Haarrisse, die beispielsweise durch Kauen oder Knirschen im Schlaf entstehen, Wasser und Mikroorganismen in die Prothese eindringen und zur Korrosion führen. Auch eine Optimierung der Herstellungsbedingungen hätte zu einem längeren Leben der Prothese beitragen können.

Dieses und andere Themen erwarten zukünftige Korrosionsschutztechniker am Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg. Der Unterricht findet berufsbegleitend an drei Abenden pro Woche statt. Die Weiterbildung dauert vier Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

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