Delfinarium bereitet Zoo Duisburg weiter Sorgen

Elf Monate lang war das Delfinarium im Jahr 2006 dachlos. Bald soll ein Schiebedach den Tümmlern das Freiluftschwimmen ermöglichen
Elf Monate lang war das Delfinarium im Jahr 2006 dachlos. Bald soll ein Schiebedach den Tümmlern das Freiluftschwimmen ermöglichen
Foto: Hans Blossey
Dacharbeiten am Delfinarium im Zoo Duisburg dauern länger als geplant. Termin für eine Wiedereröffnung steht noch nicht fest. Die Tierrechtsorganisation Peta fordert Schließung.

Duisburg.. Noch immer ist das Delfinarium im Zoo geschlossen, und zumindest am Mittwoch stand fest, dass es auch Donnerstag nicht wieder geöffnet werden wird. Auch wenn selbst über die vergangenen Ostertage an dem Dach des Flipperhauses kräftig gewerkelt wurde. Wann die Großen Tümmler wieder vor vollen Besucherrängen durch ihr Becken schwimmen können, steht selbst für Zoo-Direktor Achim Winkler in den Sternen. „Ich tappe da auch im Nebel“, erklärte er gegenüber der NRZ.

Teile passten nicht zusammen

Erst habe die lange Frostperiode die Arbeiten am Delfinariumsdach verzögert. Jetzt gebe es das Problem, dass alte und neue Pläne für das Schiebedach nicht so übereinstimmen, wie sie es sollten. Winkler: „Das Schiebedach sollte bereits 2006 ergänzt werden, als das Delfinariumsdach neu gebaut werden musste. Wegen verschiedener Unstimmigkeiten haben wir uns noch zu der Zeit, als Reinhard Frese hier Zoo-Direktor war, von der Baufirma getrennt. Die ist dann später auch in Konkurs gegangen.“

Also habe man eine neue Firma gesucht, die das Dach fertigstellen sollte. Diese vor gut einem Jahr gefundene Firma habe die Schiebekonstruktion vorgefertigt. „Doch als sie aufgesetzt werden sollte, passte das nicht überall mit dem nach den alten Plänen erstellten Dachteilen zusammen. So stimmte der Aufsatz etwa nicht mit einigen Trägerelementen überein“, erläutert der Zoo-Chef. „Das ist nicht als gefährlich zu betrachten, aber wir müssen das überein bringen, damit wir von den Statikern und anderen Fachleuten das nötige Siegel erhalten, um das Delfinarium wieder öffnen zu können.“

Vorwurf an die SPD

Deshalb werden nun werde emsig daran gearbeitet, alte und neue Dachteile passend zu machen. Ob diese notwendigen Anpassungsarbeiten die bisher durch Rückstellung gedeckten Kosten von 350.000 Euro für das Schiebedach in die Höhe treiben, vermochte Winkler nicht zu sagen: „Zusatzkosten könnten auf uns zukommen. Das steht aber noch nicht fest.“ Ebenso wenig wie der Wiedereröffnungstermin für das Delfinarium.

Ginge es allerdings nach dem Willen der Tierschutzorganisation „Peta“, würde dieser Besuchermagnet des Zoos für immer geschlossen bleiben. Die Organisation wirft dem Tierpark eine nicht artgerechte Haltung der Meeressäuger vor, appelliert an die Duisburger, das Delfinarium zu meiden, und fordert dessen umgehende Schließung sowie die Überstellung der Großen Tümmler in eine betreute Meeresbucht. Zudem wirft Peta der Duisburger SPD - die sich am Mittwoch vor Ort informierte - vor, dass sie sich für den Erhalt des Delfinariums einsetzt.

 
 

EURE FAVORITEN