„David“ empfängt Besucher des Lehmbruck-Museums in Duisburg

Anne Horstmeier
„Wie im Wasserbett“ liegt der etwa eine Tonne schwere „David“ im Transportgestell.
„Wie im Wasserbett“ liegt der etwa eine Tonne schwere „David“ im Transportgestell.
Foto: WAZ FotoPool
Aufgrund von Vandalismus musste die Duisburger „David“-Skulptur im Dezember 2012 abgebaut werden. Danach war sie ein Star der Feldmann-Ausstellung in Hamburg. Am Donnerstag wurde die Skulptur erneut aufgebaut: Unübersehbar empfängt „David“ nun die Besucher des Lehmbruck-Museums.

Duisburg. Ein halbes Jahr war sein Podest verwaist, jetzt steht Hans-Peter Feldmanns „David“ wieder an der Ecke Düsseldorfer Straße/Friedrich-Wilhelm-Straße. Unübersehbar wie ein Ausrufezeichen empfängt der neun Meter große, kräftig kolorierte Schönling die Besucher des Lehmbruck-Museums, zieht aber auch die Blicke der Passanten und Autofahrer auf sich.

Drei Monate lang war er einer der Stars der Feldmann-Ausstellung der Hamburger Deichtorhallen, wo er so platziert war, dass er auch von tausenden S-Bahn-Fahrern gesehen werden konnte. Wie Michael Krajewski, Kurator im Lehmbruck-Museum, berichtet, war „David“ neben einem aufs Dach gedrehten Auto, das der Düsseldorfer Künstler Hans-Peter Feldmann auf dem Parkplatz der Deichtorhallen platziert hatte, das Lieblingsobjekt des Publikums.

Aufbau ging schneller als Abbau Ende Dezember 2012

Der Aufbau der Skulptur ging gestern schneller als der Abbau Ende Dezember, aber auch die Erstaufstellung. Hat Restaurator Hagen König fürs Sensibelchen doch ein Metallgestell gebaut und aus Holzplatten und Bauschaum Polster für Schulter und Po gebaut. „Da liegt er drin wie in einem Wasserbett.“ So wird verhindert, dass er beim Transport schlimmstenfalls auseinander bricht. Diesen „Käfig“ lagert das Lehmbruck-Museum jetzt ein, falls „David“ wieder einmal vom Podest muss.

Kurz nach 17 Uhr kam der Transport aus Hamburg an. „Es ging völlig reibungslos, das Wetter hat mitgespielt: in Hamburg 20 Grad und moderater Wind“, so König, der die Skulptur begleitet hat. Schon nach einer halben Stunde stand „David“ aufrecht, konnte die Metallplatte mit dem Sockel verschraubt werden. Sogar einen kleinen Applaus gab es da. „Wir sind froh, dass er heil wieder da ist“, so Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla.

Nicht dafür geschaffen, jahrelang im Freien zu verbringen

Bleibt zu hoffen, dass er heil bleibt. Ohnehin ist „David“, gebaut aus Styropor und Epoxidharz, bemalt mit Fassadenfarbe, eigentlich nicht dafür geschaffen, jahrelang im Freien zu verbringen. Außerdem ist er seit seiner Aufstellung 2006 auf dem Heinrich-Böll-Platz in Köln stets Angriffen ausgesetzt gewesen. Die übelste Attacke erlebte er in Duisburg. Angeschafft mit Hilfe der Stadtwerke, wurde er im April 2010 im Kant-Park aufgestellt und im Juli 2012 schließlich so stark beschädigt, dass eine Restaurierung unumgänglich wurde.

Schützen kann man den nach Michelangelos Vorbild geschaffenen Hünen aber praktisch nicht – unter einer Glasglocke würde er erheblich an Charme einbüßen.