Das Heimatmuseum in Homberg wächst

Thomas Richter
Das Museum an der Augustastraße feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Im Foto v.l.: Archivar Franz Gerd Gehnen und Pressesprecher Reinhard Stratenwerth sitzen in einem historischen Klassenzimmer im Museum
Das Museum an der Augustastraße feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Im Foto v.l.: Archivar Franz Gerd Gehnen und Pressesprecher Reinhard Stratenwerth sitzen in einem historischen Klassenzimmer im Museum
Foto: WAZFotoPool

Duisburg. Vor 25 Jahren begann der „Freundeskreises Historisches Homberg“ mit den Bauarbeiten an seinem Heimatmuseum. Anlässlich dieses Jubiläums sollen die Räumlichkeiten an der Augustastraße nun bald ausgebaut werden.

„Wir planen hier im Obergeschoss eine Erweiterung um rund 250 Quadratmeter. Dazu gehört ein Raum, in dem wir eine alte Trinkhalle errichten wollen“, erzählen Vereinsarchivar Franz Gerd Gehnen und Pressesprecher Reinhard Stratenwerth. Beide baten die WAZ zum Rundgang durch „ihre“ historische Stube.

Wer durch die stählerne Eingangstür des Heimatmuseums tritt, dessen Blick fällt sofort auf ein knallgelbes Ortseingangsschild, das hoch oben an einer Wand über einigen Bücherschränken aufgehängt ist. „Homberg (Ndrh.)“ ist darauf in schwarzen Buchstaben zu lesen. Es ist ein blecherner Beleg aus jenen Zeiten, als Homberg nicht ein Stadtteil Duisburgs, sondern noch eigenständige Stadt war – also vor 1975. Das gilt auch für viele andere der unzähligen Ausstellungsstücke.

Geschichte und Identität bewahren

„Wir wollen hier die Geschichte und Identität Hombergs bewahren“, nennt Sprecher Stratenwerth das Grundanliegen des Vereins. Archivar Gehnen ergänzt: „Jedes einzelne Stück hier hat seine eigene Geschichte.“ Und fast jede lohnt sich, erzählt zu werden.

Wie etwa die über den Setzkasten, der früher zum Firmeninventar der in Homberg beheimateten Druckerei Pötters gehörte. Die aus Holz gefertigten Buchstaben liegen fein säuberlich alphabetisch geordnet neben- und untereinander aufgereiht. Mit ihrer Hilfe wurden auch die Plakate für die Box-Heimkämpfe der KG Moers/Homberg aus den 50er Jahren gedruckt, die nur wenige Schritte weiter geschützt hinter Plastikrahmen auf Besucherblicke warten. Auch Hinterlassenschaften anderer Homberger Druckereien liegen aus. „Von denen gibt es keine einzige mehr“, erzählt Stratenwerth, selbst gelernter Buchdrucker-Meister und seit 1998 im Ruhestand.

"Viele Vereine gibt es nicht mehr"

Vorbei an dem in einer Glasvitrine aufgebauten Modell des Seeschiffes „Homberg“ führt der Weg zum Fahnenschrank. „Darin liegen einige echte Prachtexemplare“, sagt Gehnen und zieht die Schubladen nacheinander hervor. Die aus schwerem Stoff gefertigten Banner wirken trotz ihres teils sehr hohen Alters wie neu – etwa die schwarze Fahne des „Vereins heimattreuer Ost- und Westpreußen Homberg“. Bei fast allen handelt es sich um Einzelstücke. „Viele der Vereine gibt es längst nicht mehr. Und die Hinterbliebenen sind froh, dass die Fahnen in unserem Museum einen würdigen Platz bekommen“, so Gehnen.

Beim Rundgang erinnern sich beide Gründungsmitglieder des Vereins („Das war am 20. Februar 1985“) aber auch noch genau, wie es hier oben unterm Dach vor einem Vierteljahrhundert ausgesehen hat. Zunächst wurde entrümpelt. Es folgten die Arbeitsschritte: Wände begradigen, Türen einsetzen, neue Fenster und Heizkörper einbauen. „Die Stunden, die wir und unsere Helfer in all den Jahren hier hineingesteckt haben, kann man gar nicht mehr zählen“, sagt Stratenwerth. Aber das wollen sie auch gar nicht. Schließlich empfinden sie ihr Engagement nicht als Arbeit. Es ist ihr Hobby. Und absolute Herzensangelegenheit.

Geplante Erweiterung soll bald begonnen werden

Mit der geplanten Erweiterung soll bald begonnen werden. Die Arbeiten werden rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Die Räumlichkeiten gehören der Stadt Duisburg und werden vom IMD (Immobilien-Management Duisburg) betreut. Der Freundeskreis als Mieter muss dennoch auch diesmal alle Arbeiten und die Finanzierung in Eigenregie stemmen. „Und viel mehr als die Mitgliedsbeiträge unseres Vereins bleibt da nicht. Aber wir werden es schaffen“, sagt Franz Gerd Gehnen.

Er arbeitete übrigens früher als Beamter im Homberger Rathaus. Und da fällt ihm gleich die nächste Geschichte zu einem der Ausstellungsstücke ein. Denn jene Siegeldruckmaschine mit dem Homberger Stadtwappen hat Gehnen selbst noch bedient – als Lehrling im Steueramt.