Duisburg

TV-Drama im WDR zeigt das Grauen der Loveparade

Kathrin Migenda
Die 18-jährige Antonia (Jella Haase) will bei dem Techno-Festival nur ihr Abi feiern.
Die 18-jährige Antonia (Jella Haase) will bei dem Techno-Festival nur ihr Abi feiern.
Foto: WDR

Duisburg. Diese Bilder gingen um die Welt. Menschen stehen dicht an dicht, wollen aneinander vorbei. Plötzlich gerät die Menge in eine wellenartige Bewegung. Frauen und Männer schreien, quetschen. Andere stürzen zu Boden. Die Loveparade-Katastrophe geht vielen nicht mehr aus dem Kopf.

Das Fest sollte ein fröhliches sein. Ein schöner Sommertag in Duisburg begrüßte die Menschen, die auf dem alten Güterbahnhofsgelände am 24. Juli 2010 zu wummernden Beats feiern wollten. Doch im Karl-Lehr-Tunnel und auf der Rampe kam es im Gedränge zu einer Massenpanik.

Jetzt arbeitet der WDR die Loveparade-Katastrophe in einem Spielfilm auf. Am 23. Juni wird „Das Leben danach” auf dem Filmfest München zum ersten Mal gezeigt.

Jella Haase spielte schon in Fuck ju Göthe

Die Hauptrolle der Antonia Schnieder spielt Jella Haase (24, Fuck ju Göthe). Sie steht kurz vor dem Abi, will einfach nur feiern und gerät dann in den Tunnel der Loveparade.

Sieben Jahre später ist sie immer noch unfähig, ein normales Leben zu führen und weiß nicht wohin mit ihrer Trauer und Zerstörungswut. Auch ihr Vater Thomas (Tatort-Star Martin Brambach aus Recklinghausen) und ihre Stiefmutter Kati sind überfordert und mit ihren Kräften am Ende.

Hauptrolle spricht für Augenzeugen

„Ich kann nichts dafür, dass ich lebe“, schreit Antonia (Jella Haase) aus sich heraus. Sie spricht das aus, was viele Augenzeugen in den letzten sieben Jahren gedacht haben. Sie müssen mit den Bildern im Kopf weiterleben.

WDR drehte nicht auf dem Gelände

Auf dem Gelände der Loveparade und an der Gedenkstätte drehte der WDR allerdings nicht, weil er für das Gelände, das mittlerweile dem Möbelunternehmen Kriegerbau gehört, keine Drehgenehmigung bekam.

Edda Metz von Kriegerbau sagt im Gespräch mit DER WESTEN: „Wir haben keine Genehmigung erteilt, weil es uns um den Schutz der Opfer ging, der muss hier im Vordergrund stehen.“

Der WDR-Film soll noch in diesem Jahr im Fernsehen ausgestrahlt werden. Der genaue Termin steht aber noch nicht fest.

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