Duisburg

Darum wurde Bivsi R. (14) direkt aus dem Unterricht nach Nepal abgeschoben

Die Ausländerbehörde holte Bivsi R. am Montag aus ihrem Klassenraum auf dem Steinbart-Gymnasium. Am Nachmittag ging ihr Abschiebe-Flug.
Die Ausländerbehörde holte Bivsi R. am Montag aus ihrem Klassenraum auf dem Steinbart-Gymnasium. Am Nachmittag ging ihr Abschiebe-Flug.
  • Bivsi R. wurde am Montag mit ihrer Familie nach Nepal abgeschoben
  • Ohne Verabschiedung wurde die 14-Jährige dafür aus dem Unterricht geholt
  • Viele Fragen sich: Warum hat die Stadt nicht mit der Abschiebung gewartet

Duisburg. Wenn ein Schüler zum Schulleiter zitiert wird, hat das selten etwas Gute zur Folge. Bei der Duisburgerin Bivsi R. (14) kam es noch einmal schlimmer - viel schlimmer. Die Neuntklässlerin des Steinbart-Gymnasiums wird zusammen mit ihren Eltern nach Nepal abgeschoben, erfährt sie vom Schulleiter. Beamte der Ausländerbehörde warten bereits darauf, sie mitzunehmen.

Sie hat keine Zeit, sich von ihren Mitschülern zu verabschieden. Lediglich zwei Freudinnen darf sie Lebe-Wohl sagen. Erst aus Nepal erreicht die Klasse eine SMS: „Alles Gut“ steht darin. Dazwischen liegen: Wut, Verzweiflung, Trauer. Die Mitschüler sind außer sich. Am Boden zerstört. Viele weinen.

Und viele fragen sich: Warum musste die 14-Jährige ausgerechnet aus dem laufenden Unterricht abgeholt werden? Sechs Wochen vor Ende des Schuljahres.

Flug ging am Nachmittag aus Frankfurt

Die Stadt sagt: „Das Gesetz sieht vor, dass wir Abschiebungen nicht mehr ankündigen dürfen. Auch auf die Flüge, mit denen die Betroffenen in ihre Heimatländer zurückgebracht werden, haben wir keinen Einfluss, diese werden zentral vom Land gebucht.“

Im Fall von Bivsi Familie war ein Flug aus Frankfurt gebucht. Los ging der am Nachmittag. Und damit zu einer unglücklichen Zeit. Denn vor Schulbeginn hätte die Schülerin nicht abgeholt werden können, „weil die Bundespolizei die Abzuschiebenden erst kurz vor Abflug aufnimmt. Es gibt also immer nur ein begrenztes Zeitfenster, in dem wir handeln können und dürfen“, sagt die Stadt.

Und entschuldigt sich: „Die Kommunen sind nur das letzte Glied in einer Kette von Entscheidungen, die andere treffen und vorgeben. Wir versuchen, unter schwierigen Bedingungen Härtefälle zu vermeiden – in diesem Fall ist uns das nicht gelungen, was uns vor allem für die betroffene Jugendliche wirklich leid tut.“

Für Bivsi und ihre Mitschüler ein schwacher Trost.

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