Citymanagerin: Duisburg kann wenig tun gegen Leerstände

Fabienne Piepiora
Dagmar Bungardt hat vor kurzem den Job als Citymanagerin übernommen.
Dagmar Bungardt hat vor kurzem den Job als Citymanagerin übernommen.
Foto: WAZ FotoPool
Ein Gespräch mit Duisburgs Citymanagerin Dagmar Bungardt über Leerstände im Wallquartier und Lösungen für die Szene vor dem Kuhtor.

Duisburg - Innenstadt. Das nasskalte Wetter lädt derzeit nicht zu einem Päuschen auf einer Bank ein. Am Kuhtor gäbe es dazu aber auch keine Gelegenheit: Das Citymanagement hat die Bänke abgebaut. Der Nebeneffekt – die Personen, die dort tagsüber ihr Bier tranken, haben sich eine andere Ecke gesucht. Ein Gespräch mit Citymanagerin Dagmar Bungardt über Lösungen und drohenden Leerstand am Sonnenwall.

Die Obdachlosen und Trinker, die sich am Kuhtor trafen, sind ein Stück weiter gewandert. Ist der Abbau der Bänke die endgültige Lösung?

Nein. Ich möchte betonen, dass jeder das Recht hat, sich in der Innenstadt aufzuhalten. Die Bänke waren nur in die Jahre gekommen und wir nutzen die Winterpause, um sie auf Vordermann zu bringen. Im Normalfall werden sie wieder aufgestellt.

Das heißt, spätestens im Frühjahr trudeln wieder die Beschwerden über die Klientel ein.

Wir sitzen derzeit mit verschiedenen Ämtern der Stadt zusammen, um nach einer Lösung zu suchen. Das Problem ist der Alkoholkonsum. Mit zunehmendem Pegel, werden Passanten belästigt.

Auch fehlende Toiletten waren bisher ein Problem.

An neue öffentliche Toiletten in der Innenstadt denken wir derzeit nicht. Es ist auch fraglich, ob diese von den Personen dann auch benutzt würden.

Bis wann wollen Sie eine Lösung finden?

Wir hoffen, dass das im nächsten Jahr der Fall sein wird.

Bessere Verbindung zwischen Innenstadt und Innenhafen

Ein anderes Thema, das Sorgen macht, ist die Entwicklung der Wallstraße. Dort schließen in absehbarer Zeit einige Läden.

Die Händler am Sonnenwall und an der Wallstraße haben sich mehr von der Eröffnung der Königsgalerie versprochen. Aber das dauert. Die Stadt kann da leider wenig tun. Stattdessen müssten sich auch die Vermieter bewegen, die Mieten in den 1a-Lagen können sich kleine Einzelhändler kaum leisten. Solche individuellen Geschäfte, die es nicht überall gibt, brauchen wir aber. Aber wer geht heute noch das Risiko ein?

Die Ketten gibt es überall, man muss Parkgebühren zahlen und dann schließen die Geschäfte auch noch zu unterschiedlichen Zeiten. Warum sollten Kunden überhaupt in Duisburg einkaufen?

Dass unterschiedliche Öffnungszeiten schwierig sind, wissen wir. Das wurde in der Vergangenheit auch schon einmal diskutiert. Aber wir können niemanden zwingen, sein Geschäft zu öffnen. Die Parkgebühren sehe ich nicht so kritisch. In anderen Städten muss man sie auch zahlen. – und wenn man jetzt ins Centro fährt, braucht man abends manchmal zwei Stunden, bis man aus dem Parkhaus raus ist. Das Centro hat damals auf der grünen Wiese gebaut und hatte massenweise Platz für Parkplätze. Wenn es bei uns mehr Geschäfte mit Sortimenten gäbe, die nicht in jeder Stadt sind, gehen die Leute wieder gerne bei uns einkaufen.

Mit dem Stadtfenster wird im nächsten Jahr ein großes Bauprojekt in der Innenstadt abgeschlossen. Welche Zukunft sagen Sie der Altstadt voraus?

Die wird sich entwickeln. Ein großer Dank gilt Petra Manoah, die den Platz vor dem Knüllermarkt toll gestaltet und die viele Kunden auf die Münzstraße zieht. Und auch bei den Leerständen wird sich etwas tun.

Sie sind nicht nur für die Innenstadt, sondern weiterhin für die Entwicklung des Innenhafens zuständig. Bisher ist der wenig an die Stadt angebunden. Wie wollen Sie das ändern?

Die Einzelhändler und Anlieger des Innenhafens sind sich einig, dass sich das ändern muss. Wir denken gerade über Schilder nach, aber auch über andere Konzepte. Zum Beispiel einen schönen Weg zwischen Innenstadt und Innenhafen. Es muss sich für Besucher lohnen, dort entlang zu laufen und den Innenhafen zu entdecken. Um sprichwörtlich Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir mit der Gebag gesprochen und nutzen derzeit das alte DKM-Gebäude. Dort war es abends recht düster, nun kam sich dort die Bilder von Friedhelm Krischer anschauen. Wir haben schon positives Feedback bekommen.