Christoph Prégardien bietet mehr als „Schwanengesang“

Zum Abschluss des kleinen Schubert-Festivals im Theater am Marientor sang Tenor Christoph Prégardien, begleitet von Pianist Michael Gees, nicht nur den „Schwanengesang“, sondern erweiterte den Zyklus um weitere Gesänge bis hin zu den Lenau-Liedern von Robert Schumann.

Prégardien hatte den „Schwanengesang“ neu sortiert in Lieder nach Texten von Ludwig Rellstab und Heinrich Heine. Die Rellstab-Lieder erklingen vor der Pause, werden aber noch durch „Im Walde“ und „Dass sie hier gewesen“ ergänzt, die zwar nicht von Rellstab stammen, aber in ihrer Düsternis gut passen. Sänger und Pianist musizieren „Dass sie hier gewesen“ mit einer Zerbrechlichkeit, dass es wirkt, als stamme dieses Lied aus der Feder eines Alban Berg oder Anton Webern. Ansonsten zeigt der Tenor die Vorzüge, die man an ihm schätzen gelernt hat: Eine leichte Höhe, gute Textverständlichkeit und intelligente Gestaltung der Lieder.

Michael Gees entwirft am Klavier atmosphärische Klanglandschaften. Das ist stimmungsvoll gestaltet und Prégardiens Tenor kann sich sehr gut entfalten. Rhythmische Pointen kann Gees aber keine setzen.

Eine kleine Aufhellung bringt nach der Pause der Zyklus der sechs Gedichte von Nikolaus Lenau von Robert Schumann. Im Vergleich zu Schubert wirken diese Stücke wesentlich freundlicher und man hat nun auch nicht das Gefühl, ganz so tief in die menschlichen Abgründe zu schauen, wie dies bei Schubert geschieht.

Vielleicht ein Wiedersehen

Den Abschluss bilden die Heine-Lieder aus dem „Schwanengesang“. Prégardien und Gees erschaffen erneut introvertierte Psychogramme voller Weltschmerz. Das Finale mit „Der Atlas“ enthält dann sogar einen Moment des Aufbegehrens.

Das Publikum spendet beiden Künstlern, vor allem Christoph Prégardien, herzlichen und lang anhaltenden Beifall. Prégardien bedankt sich mit „Der Taubenpost“ als beschwingt-optimistischem Ausklang. Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen mit dem Tenor, der das Duisburger Publikum stets begeistert.

 
 

EURE FAVORITEN