Chef der Jüdischen Gemeinde als neuer OB in Duisburg?

Michael Rubinstein, seit 2005 hauptamtlicher Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, Mitautor des „Duisburger Manifests“, hat seine Bereitschaft zur Kandidatur als Konsens-Kandidat für das Bündnis erklärt.
Michael Rubinstein, seit 2005 hauptamtlicher Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, Mitautor des „Duisburger Manifests“, hat seine Bereitschaft zur Kandidatur als Konsens-Kandidat für das Bündnis erklärt.
Foto: WAZ FotoPool
Nach der Abwahl von Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) geht in Duisburg die Suche nach einem parteiübergreifenden Konses-Kandidaten für die Nachfolge weiter. Michael Rubinstein, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, hat mittlerweile seinen Hut in den Ring geworfen.

Duisburg. Gestern hat sich das „Bündnis OB-Wahl“ ein weiteres Mal zusammengesetzt, auf der Suche nach der bestmöglichen Lösung für die Stadt. Im Kern ging es einmal mehr um die Bewertung und um die Aufstellung einer Reihenfolge jener Kriterien, die das Bündnis aus Bürgerinitiative, Parteien und Gewerkschaft an den noch zu kürenden OB-Kandidaten anlegen will. Um Namen ging es noch nicht.

Wobei Initiativen-Sprecher Theo Steegmann durchaus das Dilemma erkennt, auf das das Bündnis zusteuert: „Wenn man sich auf einen guten Kandidaten geeinigt hat, dann wird der Bürger sagen, ich habe ja jetzt gar keine Auswahl mehr, wenn ihr mir nur den einen präsentiert.“ Vermutlich werde es am Ende weitere Kandidaten geben.

Wie zum Beispiel Michael Rubinstein, seit 2005 hauptamtlichen Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen, Mitautor des „Duisburger Manifests“, der gestern gegenüber der NRZ seine Bereitschaft zur Kandidatur als Konsens-Kandidat für das Bündnis angekündigt hat.

„Ich würde es machen“

Rubinstein: „Wenn es für meine Person einen breiten, überparteilichen Konsens gibt, würde ich es machen“, erklärt er. Er habe zur Kenntnis genommen, dass hier und da sein Name im Gespräch sei. Das ehre ihn. Allerdings werde er keine Kampfkandidatur machen und gegen einen Kandidaten aus den eigenen Reihen antreten. Er wolle „ja nicht spalten“, sondern er wolle helfen und einen. Vorrangig sei nicht seine Kandidatur, sondern der Umstand, dass das Bündnis einen Konsenskandidaten finde. Wenn man ihn wolle, dann sei er dazu bereit; wenn nicht, dann habe er einen „schönen Job in der jüdischen Gemeinde“.

Ob dies der richtige Zeitpunkt sei, seinen Hut in den Ring zu werfen? „In der kommenden Woche muss das Bündnis einen oder mehrere Namen nennen. Wann wäre also dafür der richtige Zeitpunkt?“, fragt er und bekennt trotzdem, dass mit einer Eigenbewerbung auch „der Schuss nach hinten“ losgehen könne.

Komplett neu aufgestellt

Katastrophe von DuisburgInitiativen-Sprecher Theo Steegmann, der Rubinstein für einen ehrenwerten Kandidaten hält, die Eigenbewerbung aber „ungewöhnlich“ findet, erinnerte gestern noch einmal an zentrale Kriterien des Bündnisses die auch ihm sehr wichtig seien: „Der neue Oberbürgermeister muss unbedingt über solide Verwaltungs- und Führungserfahrung verfügen. Er muss als zentrale Aufgabe die Stadtverwaltung wieder aufrichten. Er muss in der Lage sein, die tiefen Gräben von Angst und Misstrauen, die diese Stadtverwaltung mittlerweile massiv lähmen, zu überbrücken oder zuzuschütten.“ Er müsse die Dezernenten-Riege, die im kommenden Jahr 2013 im Aufgabenbereich Schule-Jugend-Kultur wie natürlich auch im Bereich Recht und Ordnung personell komplett neu aufgestellt sein müsse, führen können. Der Stadtdirektor, der von dem Anti-Sauerlandlager in der Stadtverwaltung - und dies sei seiner Beobachtung nach klar die Mehrheit - schlichtweg nicht mehr akzeptiert werde, stelle für den neuen OB eine weitere große Herausforderung dar.

„Respektvoll, aber straff!“

Steegmann: „Der Neue muss ein Manager sein, der meinetwegen auch aus der Privatwirtschaft kommen kann, der aber mit großen Apparaten umgehen kann und der respektvoll aber straff führen kann.“

Spätestens am 15. März werde das Bündnis sich erklärt haben müssen, denn der gefundene Kandidat müsse ja dann als Vorschlag in die Gremien der am Bündnis beteiligten Parteien und Verbände zurückgekoppelt werden, um ihn am Ende dann als „den Konsenskandidaten“ ins Rennen um das Amt des OB von Duisburg zu schicken.

 
 

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