Chancen für Gaskraftwerk in Krefeld-Uerdingen steigen

Daniel Cnotka
Im Chemiepark Uerdingen könnte statt des geplanten Kohlekraftwerks ein Gaskraftwerk entstehen. Foto: Heinz Kunkel
Im Chemiepark Uerdingen könnte statt des geplanten Kohlekraftwerks ein Gaskraftwerk entstehen. Foto: Heinz Kunkel
Foto: NRZ

Krefeld/Duisburg. Die Pläne für den Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) in Krefeld-Uerdingen werden konkreter. Das Konsortium aus 30 Stadtwerken, das die Anlage bauen will, spricht von guten Chancen, statt eines Kohle-Kraftwerks das GuD zu errichten.

Der Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes (GuD) auf dem Gelände des Krefelder Chemparks nimmt konkrete Formen an. Durch die Beschlüsse der Bundesregierung in Sachen Atomausstieg würden die Chancen auf den Bau eines solches Kraftwerkes nicht sinken, sagte Trianel-Sprecher Elmar Thyen der Redaktion.

Vorstände von 30 Stadtwerken treffen sich

Am 8. Juli treffen sich die Vorstände von 30 deutschen Stadtwerken. Diese Gruppe bildet das Konsortium Trianel, das zunächst ein Kohlekraftwerk auf dem ehemaligen Bayer-Gelände in Uerdingen bauen wollte. Viele Proteste, eine Energiewende und ein Erörterungstermin haben die Situation derart verändert, dass Trianel inzwischen die Machbarkeit für das genannte GuD-Kraftwerk errechnen lässt.

Die Ergebnisse – sie beinhalten unter anderem die Entwicklung des Strompreises, die Inflationsrate und auch die Baukosten – bekommen die Stadtwerke-Vorstände jetzt präsentiert. Ob diese dann auch direkt eine Entscheidung pro Kraftwerk fällen, ist laut Trianel aber eher unwahrscheinlich. Trianel spricht aber zumindest von einer wichtigen Weichenstellung.

2016/2017 ans Netz

2016/2017 sollte das Kraftwerk laut Trianel ans Netz gehen, dann ist der alte Kessel auf dem Werksgelände derart marode, dass ein Weiterbetrieb nicht mehr wirtschaftlich ist. Um die 700 Millionen Euro würde das GuD kosten, für ein Kohlekraftwerk müsse bei gleicher Leistung eine Milliarde Euro in die Hand genommen werden. Das neue Kraftwerk würde den Chempark versorgen, den Rest der gewonnenen Energie bekämen die beteiligten Stadtwerke, etwa zum Weiterverkauf.

„Die Signale aus Krefeld bewerten wir als sehr positiv“, sagt Norbert Bömer. Der Vorsitzende der hiesigen Bürgerinitiative „Saubere Luft“ hofft wie seine Mitstreiter aus diversen Umweltgruppen auf eine Entscheidung für Gas statt Kohle. „Wir bleiben auf ,Halb-Acht-Stellung’, haben bald ein Gespräch mit Trianel.“ Bömer fordert, dass das Konsortium seine Pläne fürs Kohlekraftwerk zurückzieht. Bisher liegen diese Pläne bei der Bezirksregierung Düsseldorf, werden aber laut Informationen der Redaktion derzeit nicht weiterverfolgt.

Initiative erhält Umweltpreis

Sind die Kohlekraftwerk-Pläne zugunsten eines umweltschonenderen GuD-Werkes vom Tisch, will die Bürgerinitiative eine große Feier veranstalten. Ein kleinere hat sie für den 20. Juni geplant. Dann bekommt die Initiative den Umweltpreis der Stadt Duisburg überreicht. Bömer: „Wir sind Zweiter geworden, direkt nach den Kinderbotschaftern.“ Die 1000 Euro Preisgeld könne man für die Arbeit sehr gut gebrauchen.