CDU-Ratsherr sieht Outlet als Chance für Duisburgs Norden

Bodo Malsch
Mit einer Menschenkette protestierten Bürger gegen den Abriss ihrer Wohnungen. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Mit einer Menschenkette protestierten Bürger gegen den Abriss ihrer Wohnungen. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Foto: Lars Fröhlich/WAZ FotoPool
Der Widerstand der Mieter der Häuser am Zinkhüttenplatz gegen den geplanten Abriss der Siedlung reißt nicht ab. Doch auch inmitten der Proteste bekräftigt CDU-Ratsherr Rainer Enzweiler seine Sicht, wie wichtig das Factory Outlet Center für Hamborn ist.

Duisburg. Erbost waren rund 400 Mieter der dem Abriss geweihten Siedlung am Zinkhüttenplatz, die sie sich am Donnerstag Abend in der Kreuzeskirche in Marxloh getroffen hatten. Am Dienstag wollen sie bei einer Infoveranstaltung des Bezirksamtes ihren Protest ebenso deutlich machen wie drei Tage später, wenn die Bezirksvertretung über die Offenlage des Bebauungsplans für das Factory Outlet Center (FOC) entscheidet. Der Widerstand der betroffenen Mieter reißt also weiterhin nicht ab.

Doch Rainer Enzweiler lässt sich nicht beirren, wenn es um die Ansiedlung des Shopping-Dorfes in Hamborn geht. „Das ist eine Chance für den gebeutelten Norden der Stadt“, betont der CDU-Mann, der seit 1999 den Stadtteil Marxloh im Rat der Stadt vertritt.

Das zweitstärkste seiner Art in Europa

„Duisburg ist landesweit in der Arbeitslosenstatistik das Schlusslicht. Und in Hamborn sieht es noch mieser aus“, so der Rechtsanwalt und Notar, der in Marxloh seine Kanzlei betreibt. „Nur durch ein Projekt wie das FOC lässt sich daran etwas ändern.“

Enzweiler stützt sich bei seiner Überzeugung auf marktwirtschaftliche Untersuchungen: „Das FOC in Hamborn könnte das zweitstärkste seiner Art in Europa werden.“ Das Potenzial eines Standortes in einem dicht besiedelten Ballungsraum, der auch von den Niederlanden und Belgien aus schnell und bequem zu erreichen sei, sei gewaltig. Enzweiler geht davon aus dass das FOC mit „400 festen Arbeitsplätzen und 400 Aushilfskräften“ einen spürbaren Impuls für den Arbeitsmarkt bringe. Und Steuern für den leeren Stadtsäckel.

Natürlich sei es gerade für ältere Menschen, die seit Jahrzehnten am Zinkhüttenplatz wohnten, nicht leicht, ihr gewohntes Umfeld und viele Bekannte in der Nachbarschaft zu verlieren. „Aber IMD, DRK und Immeo bemühen sich, den Menschen Alternativen aufzuzeigen und ihnen zu helfen.“ Der Rat habe eine Abwägung treffen müssen und sich für das FOC, allerdings auch für einen sozialverträglichen Umzug der Betroffenen entschieden, betont Enzweiler.

In Duisburg stehen 14.000 Wohnungen leer und ein gültiger Bebauungsplan wird nicht vor dem 1. Quartal 2013 bestehen. Das ist genügend Zeit, um sich in aller Ruhe eine neue, vielleicht schönere Wohnung zu suchen.“ Enzweiler hofft, dass das Mammut-Projekt 2014 realisiert sein wird. „Anderenfalls wäre eine große Chance für Hamborn vertan.“