Cabrio-Bus in Duisburg stellt Stadtrundfahrten ein

Oliver Schmeer
120 Minuten dauerten die Stadtrundfahrten von Stefan Tigges. Zum Wochenende hin werden sie eingestellt.
120 Minuten dauerten die Stadtrundfahrten von Stefan Tigges. Zum Wochenende hin werden sie eingestellt.
Foto: WAZ FotoPool
Seit 2011 fährt Stefan Tigges mit seinem Cabrio-Bus durch Duisburg, um den Fahrgästen die Stadt als Teil der "Ruhrgebiets-Rundfahrten" näher zu bringen. Während das Konzept in anderen Städten aufgeht, stehen für Tigges in Duisburg am kommenden Wochenende die letzten Touren an.

Duisburg. Der Münsteraner Reiseveranstalter Stefan Tigges stellt seine Stadtrundfahrten mit seinem auffälligen, blauen Cabrio-Doppeldeckerbus ein. An diesem Wochenende starten die letzten Touren. „Ich bin selbst traurig und enttäuscht“, sagte Tigges zur WAZ. Was ihn verwundert: In anderen Städten im Revier sind seine Touren gut ausgelastet. Wirft das ein schlechtes Licht auf Duisburgs Attraktivität?

„Irgendetwas läuft dort zumindest schief“, zeigt sich der Veranstalter der „Ruhrgebiet-Stadtrundfahrten“ nach eigenen Worten „irritiert“. Denn in Essen, auch in Recklinghausen oder in Gelsenkirchen laufen seine Cabrio-Touren und regelmäßigen Stadtrundfahrten gut, sind die Busse oft voll. In Duisburg aber fehlten Fahrgäste und Buchungen für die regelmäßigen Samstags-Fahrten. Dabei hat Duisburg mindestens so viele Attraktionen für eine Stadtbesichtigung zu bieten wie die anderen Städte.

Vielversprechender Start

Als Tigges 2011 mit seinen Bus-Touren begann, tatkräftig auch unterstützt vom Duisburger Stadtmarketing, war der Start vielversprechend. „Uns ist es aber dann nicht gelungen, weitere Kundenpotenziale zu gewinnen“, so Tigges. Vor allem blieben die Gruppenfahrten aus – wie etwa Doppelkopfteams oder Vereine.

Tigges nennt zugleich aber weitere Erschwernisse: So haderte er mit der Haltestellen-Situation am Hauptbahnhof, wo er keinen wirklich attraktiven Startpunkt zugewiesen bekam. Auch sein Haltepunkt am Landschaftspark Nord war ihm zu weit weg und an der Schifferbörse in Ruhrort war die Haltestelle wegen einer Baustelle plötzlich ganz verschwunden, ohne dass er informiert worden war. An der Konkurrenz durch den Duisburger Busunternehmer Udo Scharf, der ebenfalls Stadtrundfahrten anbietet, habe es nicht gelegen, so Tigges.

Haltesituation am Hauptbahnhof schlecht

Bei Scharf indes laufen die Stadtrundfahrten nach eigenem Bekunden „gut“. Als „erstklassig“ bezeichnet er die Mund-zu-Mund Propaganda, auch mit den Gruppenbuchungen von Abi- und Klassentreffen bis hin zu Geburtstagsfahrten ist er zufrieden. Kritik hat er allerdings auch: Die Haltestellen-Situation am Hauptbahnhof hält er ebenfalls für „schlecht“. Wenn der Bus-Bahnhof vorübergehend auf die Ostseite nach Neudorf wechselt, schwant ihm Böses: „Dann findet kein Mensch mehr unseren Bus.“

Uwe Gerste vom Stadtmarketing sieht das Tigges-Aus nicht als Beleg für eine mangelnde Attraktivität Duisburgs. „Zwei Anbieter waren aber offenbar zu viel“. Immerhin: Die Hälfte der gebuchten Touren wurden über sein Ruhr-Visitor-Center abgewickelt.

Fehlender "Live-Reiseleiter" möglicherweise ein Nachteil

Bei der Konkurrenz der beiden Anbieter hatte Tigges zwar den auffälligeren Bus, der bei schönem Wetter zudem das Verdeck aufschieben konnte, doch als Nachteil könnte sich erwiesen haben, dass bei Scharf ein Reiseführer live ins Mikro spricht, bei den Münsteranern aber die Ansage vom Band kam. Bei Baustellen und Umleitungen sollen da mitunter Text und Örtlichkeiten nicht zusammengepasst haben.