Bundespolizei nimmt Schleuserbanden-Mitglied in Marxloh fest

Annette Kalscheur
Mit etlichen Einsatzkräften fuhr die Bundespolizei Dienstag Morgen in Marxloh auf, um das mutmaßliche Mitglied einer Schlepperbande festzunehmen.
Mit etlichen Einsatzkräften fuhr die Bundespolizei Dienstag Morgen in Marxloh auf, um das mutmaßliche Mitglied einer Schlepperbande festzunehmen.
Foto: Stephan Witte
Mit Spezialkräften der Bundespolizei wurden Dienstagmorgen mutmaßliche Mitglieder einer Schleuserbande festgenommen. Festnahme auch in Marxloh.

Duisburg. Gegen das organisierte Schlepperwesen ging die Polizei am Dienstag unter anderem in Duisburg vor. Unter der Leitung der Bundespolizei-Inspektion Halle wurden sechs Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Die Schleuserbande soll 348 vorwiegend syrische Flüchtlinge in mehr als 15 Fällen unter teils menschenunwürdigen Rahmenbedingungen nach Deutschland geschleust haben.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Dresden waren rund 150 Einsatzkräfte der Bundespolizei sowie Spezialkräfte der Bundesbereitschaftspolizei in NRW, Hessen, Berlin und Baden-Württemberg im Einsatz.

Ein Mann wurde in Marxloh festgenommen

Ein Beschuldigter wurde von einer besonderen "Beweisnahme- und Festnahme-Einheit" der Bundespolizei in Duisburg-Marxloh festgenommen. Mit einem Einsatzzug sei man morgens um 7 Uhr bei dem Mann vorgefahren, so Polizeipressesprecher Christian Meinhold von der Bundespolizeidirektion in Pirna. Er habe sich ohne Gegenwehr festnehmen lassen.

In seiner Wohnung seien Führerscheine, Reisepässe, ID-Cards und Asylbescheinigungen sichergestellt worden, die alle auf andere Personen zugelassen waren. Ob es sich um "überlassene" oder gefälschte Dokumente handelt, müsse noch ermittelt werden. Geklärt werden müsse auch, ob der Mann noch mit anderen Schleuserbanden zusammengearbeitet hat.

Da die Rolle des Mannes innerhalb dieser Schleuserbande als "nicht tragend" eingeschätzt wird, werde er aber nach seiner Vernehmung noch im Laufe des Tages wieder auf freien Fuß kommen, erklärt Meinhold.

Bande machte Kasse auf Kosten der Flüchtlinge

In Berlin wurde ein 35-jähriger ägyptischer Staatsangehöriger festgenommen. Er wird verdächtigt, banden- und gewerbsmäßig Ausländer eingeschleust zu haben. 150.000 Euro soll das den Hintermännern eingebracht haben.

Ein internationaler Haftbefehl wurde gegen einen weiteren Hauptbeschuldigten der Bande erwirkt. Ein syrischer Tatverdächtiger konnte schon Anfang November von der Bundespolizei mit einem in Ungarn ausgestellten Europäischen Haftbefehl festgenommen werden.

Bei den Durchsuchungsmaßnahmen konnte die Bundespolizei reichlich Beweismaterial sicherstellen.

Entschlossene Ermittlungsarbeit gegen kriminelle Banden

Nach der erfolgreichen Aktion erklärte Jörg Baumbach, Präsident der Bundespolizeidirektion Pirna: "Skrupellose Schleuser nutzen die Hilflosigkeit schutzbedürftiger Menschen aus, um auf menschenverachtende Weise Kasse zu machen. Entschlossene Ermittlungsarbeit ist die richtige Antwort, um diesen kriminellen Banden Einheit zu gebieten. Hier sind wir auf dem richtigen Weg."