Bund verkauft Hochbunker im Kreuz Kaiserberg in Duisburg

Der Verkauf des markanten Gebäudes soll mindestens 170.000 Euro bringen. Inzwischen ist direkt an dem Bunker eine Lärmschutzwand zur A 40 installiert.
Der Verkauf des markanten Gebäudes soll mindestens 170.000 Euro bringen. Inzwischen ist direkt an dem Bunker eine Lärmschutzwand zur A 40 installiert.
Foto: WAZ FotoPool
Mitten im Kreuz Kaiserberg steht ein wenig genutzter Hochbunker. Der Bund verkauft das Gebäude. Interessenten müssen mindestens 170.000 Euro zahlen.

Duisburg.. Ein gerade Pendlern wohlbekanntes, markantes Gebäude bekommt einen neuen Besitzer: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verkauft den zwischen Eisenbahngleisen und den Autobahnen A 40 und 3 im Kreuz Kaiserberg eingekeilten Hochbunker am Rande der Duisburger Werthacker-Siedlung. 170.000 Euro will der Bund für das Anfang der 1940er Jahre gebaute Gebäude mindestens haben. Potenzielle Käufer sparen immerhin eine Provision. Interessenten konnten sich aber auch mit einem höheren Angebot bewerben. Anfang dieser Woche endete die erste Ausschreibungsfrist. Die Bundesanstalt schweigt zu der Frage, wie viele Bieter sich für den Bunker gemeldet haben und wie hoch deren Angebote liegen. Die Anfragen würden derzeit gesichtet und ausgewertet, sagt Rudolf Paulsberg, stellvertretender Abteilungsleiter im Verkaufsteam Düsseldorf der BImA: „Wir entscheiden dann auf Grundlage der eingegangenen Gebote, ob, wann, an wen und zu welchen Bedingungen das Grundstück verkauft wird.“

Das Dach und ein Lagerraum sind aktuell vermietet

Der sich über sechs Etagen erstreckende Betonbunker steht auf einem 791 Quadratmeter großen Grundstück. 320 davon nimmt das Gebäude inklusive der angebauten Eingänge ein. Vom Dachgeschoss gibt es einen Panoramablick in alle Himmelsrichtungen. Einen Aufzug gibt es nicht, allein ein Treppenhaus existiert, das in alle Stockwerke führt. Teilweise ist der Bunker unterkellert. Das Gebäude ist derzeit nahezu ungenutzt: Vermietet sind aktuell das Dach, auf dem Antennen stehen und ein separat zugänglicher Raum im Erdgeschoss, der als Lager dient. Im für den Verkauf erstellten Exposé schreibt das BImA: „Ein Energieausweis ist nach Sinn und Zweck der EnEV nicht erforderlich, weil das Gebäude nicht beheizbar ist.“ Wasser-, Abwasser- und Strom-Anschlüsse gibt es, einen an das Gasnetz nicht.

Stück für Stück verkaufe das BImA seine Bunker, erklärt Paulsberg. „Sie gehören zum Portfolio, das der Bund auf Dauer nicht mehr benötigt.“ In Duisburg gehörten dem BImA unter anderem weitere entsprechende Gebäude an der Hochfelder Straße in Rheinhausen oder der Godesberger Straße in Beeckerwerth. Wann auch die unter den Hammer kommen könnten, lasse sich derzeit nicht sagen, so Paulsberg. Auf der Homepage des BImA findet sich aktuell nur ein weiterer Bunker. Der steht in der Krefelder Stadtmitte und soll mindestens 220.000 Euro als Verkaufspreis erzielen.

Jahresnettomiete beträgt rund 14.200 Euro

Reine Spekulation ist, welche Folgenutzung einem neuen Besitzer vorschweben könnte. Ein Abriss des Bunkers wäre wohl nicht nur kostspielig. Die Untere Denkmalbehörde der Stadt Duisburg hat das Gebäude zudem als „denkmalwert“ eingestuft. Wohnbebauung dürfte an diesem Standort mitten im Verkehrsknotenpunkt von Auto und Bahn ausgeschlossen sein. Selbst Bands brauchen ohne Umbauten im Innern nicht auf neue Proberäume zu hoffen. Aktuell mangelt es unter anderem an gesetzlich vorgeschriebenen Fluchtwegen. Bliebe noch die Kapitalanlage. Die jetzigen Nutzer des Bunkers überweisen dem Bund bislang eine Jahresnettomiete von rund 14.200 Euro. Der erfahrene Bunker-Verkäufer Paulsberg bleibt guter Dinge, wenn er an einen möglichen neuen Besitzer denkt: „Man findet immer wieder besondere Ideen.“

 
 

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