Bücherschränke schreiben Erfolgsgeschichte

Anne Horstmeier
Gina, Maurice, Denn und Erdem schmökern in Ruhrort. Die öffentlichen Bücherschränke sind ein Erfolg und sollen nun auch in anderen Stadtteilen aufgestellt werden.
Gina, Maurice, Denn und Erdem schmökern in Ruhrort. Die öffentlichen Bücherschränke sind ein Erfolg und sollen nun auch in anderen Stadtteilen aufgestellt werden.
Foto: WAZ-Fotopool

Duisburg. Am 6. November im Forum, am 6. Dezember in der Königsgalerie, am 4. Februar im Gemeindehaus in Ruhrort – es folgt die Kreuzeskirche in Marxloh, und als weitere Standorte sind Bruckhausen, Hochfeld, Meiderich, Neudorf, Walsum und Hamborn ins Auge gefasst. Für Manfred Berns, Vorsitzender der Duisburger Bürgerstiftung sind die öffentlichen Bücherschränke zu einer „umwerfenden“ Erfolgsgeschichte geworden. Mit tatkräftiger Unterstützung des WAZ-Leserbeirats: Luca Blass und Angela Dollhausen zum Beispiel waren sofort begeistert – beide haben vom ersten Moment an mit angepackt.

80 000 Aufkleber waren für die Bücher gedruckt worden, die von ihren Besitzern als Spenden an weitere Leser zur Verfügung gestellt werden sollten. „Mindestens 80 000 Bücher sind inzwischen gespendet worden“, sagt Berns, denn nicht immer schaffen es die ehrenamtlichen Paten, „DU liest“ zu kleben, bevor das Buch schon wieder weiter wandert.

Erster Schrank auf der Straße soll kommen

Inzwischen gebe es über 50 Bücherschrank-Paten, aber noch nicht alle seien aktiv, sagt Berns. So hätten sich zum Beispiel Interessenten in Walsum gemeldet, die dann loslegen wollen, wenn auch in ihrem Stadtteil ein Bücherschrank eröffnet wird. Dort ist geplant, den ersten echten Schrank so aufzustellen, wie es andere Städte grundsätzlich machen: auf der Straße, am Askania-Markt am Hamborner Altmarkt.

Sonst hat sich die Bürgerstiftung bislang stets mit Partnern zusammen getan, die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben. Es mag auch daran gelegen haben, dass es in diesen „begehbaren Schränken“ bislang zu keinerlei Vandalismus gekommen ist, während es in anderen Städten schon unerfreuliche Vorkommnisse gegeben hat.

Fünf Paten pro Bücherschrank

„Die Leute haben es bisher in fantastischer Weise mitgetragen“, so Berns. „Das Klima ist auch ein ganz besonderes.“In den Bücherschränken träfen sich Menschen gleicher Wellenlänge und sprächen miteinander. „Das ist eine ganz besondere Form der Kommunikation.“ Berns: „Geben, nehmen, tauschen, teilen – wir haben frühzeitig gespürt, was die Menschen bewegt.“ Entsprechend gebe es „nur positive Rückmeldungen.“

Fünf Paten sind für je einen Bücherschrank zuständig. Gefeilt werde noch an der „Organisation der Selbstorganisation“. In Kürze sollen die Erfahrungen besprochen und die Abläufe verbessert werden.