Briefe von Bundespräsident Wulff an OB Sauerland existieren nicht

Svenja Aufderheide
Ein Bild sagt zuweilen mehr als tausend Worte: Auf Einladung von Fritz Pleitgen (Mitte) kamen am 12. September Bundespräsident Christian Wulff (2.v.r.) und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (r.) in den Landschaftspark, wo es die „Sinfonie der Tausend“ zu hören gab. Abseits, weil nach der Loveparade-Katastrophe auch von Wulff und Kraft kritisiert, stand Duisburgs OB Adolf Sauerland, neben ihm Gerda Pleitgen. Foto: Stephan Eickershoff
Ein Bild sagt zuweilen mehr als tausend Worte: Auf Einladung von Fritz Pleitgen (Mitte) kamen am 12. September Bundespräsident Christian Wulff (2.v.r.) und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (r.) in den Landschaftspark, wo es die „Sinfonie der Tausend“ zu hören gab. Abseits, weil nach der Loveparade-Katastrophe auch von Wulff und Kraft kritisiert, stand Duisburgs OB Adolf Sauerland, neben ihm Gerda Pleitgen. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Im Interview mit dem ZDF-Magazin „Frontal 21“ spricht OB Adolf Sauerland über Briefe von Christian Wulff, in denen der Bundespräsident mitgeteilt habe, ihm nicht den Rücktritt nahegelegt zu haben. Das Bundespräsidialamt bestreitet dies.

Auch knapp sieben Monate nach der Loveparade-Katastrophe kommt der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland nicht aus den bundesweiten Schlagzeilen heraus. Brisant ist in diesem Zusammenhang ein Beitrag des ZDF-Magazins „Frontal 21“, das am Dienstagabend ausgestrahlt wurde. Darin spricht Sauerland auch zum Thema Rücktrittsforderungen in die Kamera: „Er (Bundespräsident Christian Wulff, d. Red.) hat mir mehrmals geschrieben, dass er mich persönlich nicht angesprochen hat.“

Doch genau diese Schreiben, auf die der OB anspielt, existieren nicht. Die Pressestelle des Bundespräsidenten erklärte am Mittwoch auf Nachfrage der NRZ: „Einen solchen Brief hat es nicht gegeben.“

Referent rudert für Oberbürgermeister zurück

Im Gegenteil. Einen Tag nach der offiziellen Trauerfeier für die Opfer der Loveparade in der Salvatorkirche am 1. August hatte der Bundespräsident Adolf Sauerland einen Rücktritt nahegelegt. Damals hatte Wulff ausgeführt, dass zwar jeder als unschuldig zu gelten habe, dessen Schuld nicht erwiesen sei. Unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gebe es auch eine politische Verantwortung. Dies müsse Sauerland abwägen.

Angesprochen auf diesen Sachverhalt erklärte der persönliche Referent des OB, Josip Sosic, dass der Oberbürgermeister sich bei dem Interview nicht auf Briefe von Wulff an ihn persönlich bezogen habe. Bei den Briefen habe es sich vielmehr um Antwortschreiben des Bundespräsidenten an Bürger gehandelt, die diese nach der Loveparade-Katastrophe an das Staatsoberhaupt gesandt hatten. Davon hatte der OB Kopien erhalten, auf die er sich bezogen haben will.