Brief an die CDU

Zu: Wahlplakat der CDU; aus dem offenen Brief an Katharina Gottschling, stellv. Bezirksbürgermeisterin Duisburg-Rheinhausen der CDU, die auf der Gedenkfeier für Johann Esser im März gesprochen hatte.

Sehr geehrte Frau Gottschling, wir sind Mitglieder der Familie von Johann Esser, dem Verfasser des Textes des „Moorsoldatenliedes“. Dieses Lied ging um die ganze Welt als das bekannteste antifaschistische Lied aus Deutschland und wird heute noch weltweit gesungen. Am 30.3.2014 wurde zu seinen Ehren auf dem Friedhof in Rheinhausen-Trompet eine Gedenktafel eingeweiht. Auf dieser sehr würdevollen Gedenkfeier haben auch Sie das Wort ergriffen. Sie sprachen über die Bedeutung des Liedes, über das Glück, dass Deutschland den Faschismus überwunden habe.


Wie passt dieser Auftritt von Ihnen bei dieser Gedenkfeier damit zusammen, dass Ihre Partei, die CDU, im Kommunalwahlkampf mit einem unsäglichen Wahlplakat „Duisburg kann besser“ rassistisches und faschistisches Gedankengut bedient? Von Anfang an haben demokratische und menschenfreundliche Bürgerinnen und Bürger aus Rheinhausen und aus ganz Duisburg sich engagiert, den zugereisten Flüchtlingen aus Bulgarien und Rumänien zu helfen. Bei diesen Aktivitäten war die CDU als Partei nie zu sehen.

Ganz ehrlich, Frau Gottschling, unser Großvater Johann Esser, der als aufrechter Kommunist und Bergmann von den Faschisten ins Konzentrationslager Börgermoor geworfen wurde, würde sich „im Grabe herumdrehen“, wenn er wüsste, dass eine Vertreterin einer solchen Partei, zu seinen Ehren gesprochen hat. Deshalb fordern wir Sie auf, sich innerhalb der CDU für das sofortige Abhängen dieser Wahlplakate einzusetzen und damit Ihren Worten auf der Gedenkfeier auch Taten folgen zu lassen.

Bärbel Renz und Wolfgang Esser

 
 

EURE FAVORITEN