Bravo-Rufe zum letzten Akt im Theater am Marientor

Verena Barton-Andrews
Auf der Bühne weckte das Bolschoi Staatsballett Belarus – mit seinen Produktionen Stammgast im TaM – zur Tschaikowsky-Musik mit weihnachtlichem Bühnenbild, tanzenden Zinnsoldaten und schneeweißen Kostüme nostalgische Gefühle. Foto: Tanja Pickartz
Auf der Bühne weckte das Bolschoi Staatsballett Belarus – mit seinen Produktionen Stammgast im TaM – zur Tschaikowsky-Musik mit weihnachtlichem Bühnenbild, tanzenden Zinnsoldaten und schneeweißen Kostüme nostalgische Gefühle. Foto: Tanja Pickartz
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Duisburg. Vielen Besuchern des Ballettabends „Nussknacker“, die am Freitagabend aus Nachbarstädten ins Theater am Marientor gekommen waren, war nicht bewusst, dass sich mit dem Schlussapplaus der rote Samtvorhang endgültig schließen würde.

Auf der Bühne weckte das Bolschoi Staatsballett Belarus – mit seinen Produktionen Stammgast im TaM – zur Tschaikowsky-Musik mit weihnachtlichem Bühnenbild, tanzenden Zinnsoldaten und schneeweißen Kostüme nostalgische Gefühle und erntete in der gut besuchten Vorstellung Bravo-Rufe.

„Das Stück war erste Klasse“, sagt Heinz-Werner Hirsemann (56) aus Duisburg. Seine Freude wurde jedoch durch die ungewisse Zukunft des Hauses getrübt: „Das Theater muss bleiben. Eine Schließung bedeutet einen Rückschritt in der Modernisierung Duisburgs“. Er befürchtet, dass ein Abriss auch zu einem Aussterben der umgebenden Infrastruktur führt.

"Unheimlich traurig"

Inge Kampen (65) aus Rheinhausen teilt seine Meinung. „Die Schließung ist unheimlich traurig“, meint sie, da es bereits so wenig Kultur in Duisburg gebe. „Ich verstehe das nicht, so ein tolles Haus muss doch in der Lage sein, Veranstaltungen reinzuholen“, fügt sie hinzu.

Gäste aus umliegenden Städten sehen das ähnlich. „Ich bin zwar zum ersten Mal hier, aber ein Abriss des Hauses wäre eine Schande“, meint Marion Finken (66) aus Rheurdt. Annette Berg (56) aus Wesel hat sich, gemeinsam mit ihrem Mann, schon viele Vorstellungen im TaM angesehen. „Fünf Mal Les Misérables, Reinhard Mey, Schwanensee“, zählt sie auf. Die Stilllegung des Theater-Betriebs fände sie „fürchterlich“.