BP-Aktien für Ölgemälde - Ruppe Koselleck stellt Kunst in Duisburg aus

Rupe Koselleck malt Bilder aus Teerklumpen. Von dem Erlös kauft er BP-Aktien. Foto: Stephan Eickershoff
Rupe Koselleck malt Bilder aus Teerklumpen. Von dem Erlös kauft er BP-Aktien. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZ FotoPool
Der Künstler Ruppe Koselleck wird eine Woche lang im Lehmbruck-Museum in Duisburg ausstellen. Er macht Kunstwerke aus Teer und Öl. Von dem Erlös kauft er BP-Aktien. Sein Konzept: Den Konzern über seinen eigenen Müll angreifen.

Duisburg.. Es ist ein ungewöhnliches Kunstprojekt an einem ungewöhnlichen Ort: Ein Raum des Lehmbruck-Museums wird für eine Woche zum Ausstellungs-, Atelier- und Verkaufsraum von Ruppe Koselleck.

Er bereitet die feindliche Übernahme von BP vor, indem er aus dem Erlös seiner Kunst Aktien kauft. Seit 2001 sind 1493 Papiere zusammengekommen – von mehr als 18 Milliarden. Alle Kunstverkäufe sind handschriftlich dokumentiert in einem alten Kontorsbuch, das auf dem Verkaufstisch ausliegt.

Teerklumpen verkaufen

Kosellecks Konzept: den Konzern über seinen eigenen Müll angreifen. Das Thema entdeckte er im Strandurlaub in Holland. Die schmutzigen Füße seiner Tochter brachten ihn dazu, Teerklumpen zu sammeln und zu verkaufen: 13 Gramm für zwei Aktien. 2003 sammelte er drei Marmeladengläser voll Öl nach dem Bersten des Tankers Prestige vor der spanischen Atlantikküste, zuletzt kamen auf Norderney 335 Gramm innerhalb von zwei Stunden zusammen.

In Alabama arbeitete er nach dem Untergang der Deepwater Horizon zehn Tage lang am Strand; mit Handschuhen, weil Abertonnen von Chemikalien ins Meer gekippt worden waren, um das Öl zu binden. Er erlebte eine „tief gespaltene“ Bevölkerung; in Tourismus-Regionen war er willkommen, in Öl-Industrie-Gebieten mit entsprechenden Arbeitsplätzen wurde er beschimpft.

Im Museum zeigt er unter anderem einen „David“ aus Teeröl und „Delfinarien“ aus Plastik-Delfinen, Meerwasser, Sand und Teerklumpen. Verkauft werden die „rohen Ölbilder“, die Koselleck auch vor Ort malt. Zum Abschluss gibt es am Mittwoch, 20. April, um 19 Uhr eine Präsentation.

 
 

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