Bombe in Duisburg ist seit 22.27 Uhr entschärft - alle Sperren aufgehoben

Feuerwehrleute und Kampfmittelbeseitigungsdienst bereiten die Entschärfung einer englischen Zehn-Zentner Bombe vor. Die Bombe liegt in einem Loch eines vorbereiteten Fundaments für ein Wohnhaus.
Feuerwehrleute und Kampfmittelbeseitigungsdienst bereiten die Entschärfung einer englischen Zehn-Zentner Bombe vor. Die Bombe liegt in einem Loch eines vorbereiteten Fundaments für ein Wohnhaus.
Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Die Zehn-Zentner-Bombe in Duisburg-Neudorf kann keinen Schaden mehr anrichten. Peter Giesecke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst brauchte 27 Minuten, um den Blindgänger zu entschärfen. Alle Sperren werden nun zurück genommen, die Menschen können wieder in ihre Wohnungen. Auch die A3 ist wieder frei.

Duisburg.. Bei Erdarbeiten an der Steinbruchstraße in Duisburg-Neudorf haben Bauarbeiter am Dienstagmittag eine alte Fliegerbombe entdeckt. Dabei handelt es sich um eine englische Zehn-Zentner-Bombe mit Aufschlagzünder, die auf der Baustelle für zwei Einfamilienhäuser gefunden wurde.

Der Blindgänger, der direkt am Fundament eines der beiden Häuser im Boden liegt, muss noch am Dienstag entschärft werden. Dies verlangt auch ein neuer Erlass der Bezirksregierung. "Großes Lob der Einsatzkräfte des Bürger- und Ordnungsamtes an die Neudorfer Bevölkerung: die Menschen machen gut mit, das Personal erfährt viel Zuspruch", fasst Hilbrands die Lage um kurz vor 21 Uhr zusammen. Kurz vor zehn kontrollierte dann noch ein Polizeihuschrauber, ob sich auch wirkllich kein Mensch in den beiden Sperrzonen im Freien aufhält. Wie geplant konnten Peter Giesecke und sein Team um Punkt 22 Uhr mit der Entschärfung der britischen Bombe beginnen.

„Die Nachricht von dem Bombenfund hatte sich hier im Viertel wie ein Lauffeuer verbreitet“, berichtete Harald Jeschke. Auch der Ehrenvorsitzende des Neudorfer Bürgervereins musste sein Haus verlassen und kam bei einem Freund unter. Er wohnt gleich nebenan.

In der Evakuierungszone waren rund 1000 Menschen betroffen, sie alle mussten während der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen, sieben Bewohner holte die Feuerwehr mit einem Krankenwagen ab. Als Ausweichquartier hatte die Stadt den Pfarrsaal des Gemeindezentrums Neudorf-West an der Gustav-Adolf-Straße 65 hergerichtet, als die Feuerwerker der Bezirksregierung schließlich ihre Arbeit aufnahmen, warteten hier rund 90 Anwohner auf die erlösende Nachricht vom Fundort. Die kam 27 Minuten später, exakt um 22.27 Uhr konnte das Monstrum, das sieben Jahrzehnte an der Steinbruchstraße im Boden schlummerte keinen Schaden mehr anrichten.

A 3 war zwischen Kaiserberg und Breitscheid gesperrt

In der Sicherheitszone (1000 Meter um den Fundort) leben 4463 Personen. Die Menschen, die bis zu einen Kilometer um den Fundort leben, waren aufgefordert, sich in Räumen aufzuhalten, die der Fundstelle abgewandt sind. Die Fenster der Wohnung sollten in jedem Fall geschlossen sein, ein Aufenthalt im Freien war ab 21 Uhr nicht mehr gestattet. Alle Sperren griffen pünktlich ab 21 Uhr. Insgesamt waren 110 Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt im Einsatz, die an 32 Punkten postiert waren.

Betroffen waren auch die A 3, mehrere Güterbahnlinien, eine Squashhalle, die Kneipe Steinbruch, der Indoorspielplatz Pipolino, ein Umspannwerk der Bahn AG, der Barbarasee und das Altenheim an der Wildstraße, das sich in der Sicherheitszone befindet. Die Autobahn 3 wurde um 21.35 Uhr zwischen dem Autobahnkreuz Kaiserberg und dem Autobahnkreuz Breitscheid gesperrt. Einschränkungen im Personen-Bahnverkehr gab es keine, denn dieser wird auf einer anderen Strecke geführt.

Lautsprecherdurchsagen als Entwarnung für Anwohner

Um über die Entschärfung zu informieren, hat die Stadt Duisburg auch das Gefahrentelefon aktiviert, das unter der Rufnummer 0800/112 13 13 erreichbar ist, außerdem ist das städtische Callcenter (0203/94000) bis zum Ende der Entschärfung besetzt.

BlindgängerWegen des späten Zeitpunkts verzichtete man aber dieses Mal darauf, nach der erfolgreichen Entschärfung in Neudorf die Sirenen zur Entwarnung heulen zu lassen, erklärt Stadtsprecher Peter Hilbrands. Stattdessen informierte die Stadt die Anwohner unter anderem durch Lautsprecherdurchsagen.

 
 

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