Bochum Total beteiligt sich an Club-Nacht für Opfer der Loveparade

Die Buttons mit dem Motto „Remind the Love“ werden am 22. und 23. Juli auch bei Bochum Total verkauft. Das Festival beteiligt sich an der Club-Nacht, mit der die Hinterbliebenen der Loveparade-Opfer gedenken wollen. Montage: Gerd Wallhorn/WAZ FotoPool
Die Buttons mit dem Motto „Remind the Love“ werden am 22. und 23. Juli auch bei Bochum Total verkauft. Das Festival beteiligt sich an der Club-Nacht, mit der die Hinterbliebenen der Loveparade-Opfer gedenken wollen. Montage: Gerd Wallhorn/WAZ FotoPool
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Duisburg. Nach zahlreichen Duisburger Clubs und Kneipen will sich auch das Open-Air-Festival „Bochum Total“ an der Club-Nacht für die Opfer der Loveparade beteiligen. Einige Angehörige planen am Vorabend des Gedenktages zudem eine Aktion am Tunnel.

Zwei Tage vor dem Jahrestag der Loveparade-Katastrophe feiern die Familien der 21 Todesopfer und zahlreiche bei der Massenpanik Verletzte eine Nacht des Erinnerns in Clubs und Szenekneipen Duisburgs. Die Idee für das fröhliche Gedenken am Freitag, 22. Juli, unter dem Motto „Remind the love“ stammt aus dem Kreis der Betroffenen, die sich im Verein Massenpanik Selbsthilfe austauschen . Jürgen Hagemann, Vorsitzender des Selbsthilfevereins, meldete am Freitag, dass sich nach zahlreichen Duisburger Clubs und Gaststätten nun sogar die Macher des Open-Air-Festivals Bochum Total an dieser Form des Gedenkens beteiligen möchten.

Zu Bochum Total werden vom 21. bis 24. Juli etwa eine Million Besucher in der Bochumer Innenstadt erwartet. Wie Hagemann erklärt, werden die Veranstalter den für diesen Anlass komponierten Techno-Song „Hope you can hear me“ spielen, den dazugehörigen Videoclip zeigen und die Ansteck-Buttons mit dem Motto „Remind the love“ in Bochum verkaufen lassen.

Förderung des Landes läuft aus

Darüber hinaus, verrät Hagemann, „haben weitere Top-Locations außerhalb von Duisburg angefragt, ob sie sich beteiligen können.“ Näheres könne er wegen noch zu führender Gespräche mit den Interessenten nicht verraten. Aber freilich hofft der 48-Jährige, dessen heute 17-jährige Tochter bei der Massenpanik schwer verletzt wurde, auf weitere Unterstützer. Gaststätten, Clubs und Diskotheken können sich mit einer Mail an info@massenpanik-selbsthilfe.de melden. Wie sie die Club-Nacht ab Freitagabend, 22. Juli gestalten, können die Veranstalter selbst entscheiden. In Duisburg haben bislang diese Locations zugesagt: Café Movies, Webster, Habana, Goldengrün, Das Café (ehemals Graefen), Café Museum, Djäzz, Baba Su, Finkenkrug, Bürgerhof, Fährmann, Jedermann, Ostende, Bolero und Hübi.

Der Button soll an allen Veranstaltungsorten verkauft werden, um Geld für die Organisation der monatlichen Hinterbliebenen- und Opfer-Treffen zu sammeln. Zurzeit beteiligt sich die Staatskanzlei an der Finanzierung der Treffen. Diese Förderung läuft in Kürze aus.

Betroffene wollen Fragen an die Tunnelwände werfen

Am Samstag, 23. Juli, wollen Angehörige und Opfer darüber hinaus nach Einbruch der Dunkelheit „meditative Projektionen“ an die Wände des Katastrophen-Tunnels über der Karl-Lehr-Straße werfen. Ein Saxofonist wird spielen, „wir projizieren dazu Fragen an die Wand“, erklärt Hagemann.

Am Samstagnachmittag plant Massenpanik Selbsthilfe außerdem ein Treffen des „Netzwerkes Loveparade“, wie Hagemann es nennt, im Café „Der Kleine Prinz“. Ein soll ein Beisammensein all der ehrenamtlichen Helfer, Fachleute und Anwälte sein, die sich durch ihr Engagement bei der Bewältigung der Loveparade-Katastrophe von Duisburg kennengelernt haben.

 
 

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