Duisburg

Blumen in Schlaglöchern: Sie sollen verhindern, dass sich dieser schreckliche Unfall wiederholt

Blumen in Schlaglöchern? Sie sollen verhindern, dass sich dieser schreckliche Unfall wiederholt

Anwohner haben auf der Wilhelmstraße in Rumeln-Kaldenhausen Blumen in Schlaglöchern gepflanzt. Rita Rölcke war hier im Mai folgenschwer gestürzt.

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  • Rita Rölcke stürzte über ein Schlagloch, jetzt könnte sie zum Pflegefall werden
  • Blumen auf der Wilhelmstraße in Duisburg sollen auf die Krater aufmerksam machen

Duisburg. 40 Klammern hielten Rita Rölckes Narbe zusammen. Zwei Brüche und einen Trümmerbruch zog sich die 66-Jährige zu. Drei Tage verbrachte sie auf der Intensivstation des Johanniter-Krankenhauses in Duisburg.

Ein Schlagloch auf der Wilhelmstraße in Rumeln-Kaldenhausen wurde ihr zum Verhängnis. Sie stolperte und stürzte folgenschwer auf ihren Ellenbogen.

„Ich wollte nur hinüberlaufen zum Altkleider-Container“, erzählt die sichtlich gezeichnete Frau. „So wie ich es seit 46 Jahren tue.“

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Straße gleicht einer Mondlandschaft

Wirft man einen Blick von dem Balkon ihrer Wohnung, erstreckt sich eine wahre Kraterlandschaft auf der Straße. Die Versuche der Stadt Duisburg, Reparaturen an dem baufälligen Wendekreis vorzunehmen, sind beinahe nicht zu erkennen.

Einzelne Asphalt-Splitter liegen lose herum. Selbst die Ausbesserungsmaßnahmen sind größtenteils wieder aufgebrochen.

Blumen um Aufmerksamkeit zu schaffen

Die gravierenden Straßenschäden haben Anwohnerin Indra Kortenhorn auf eine Idee gebracht. „Die Krater sind so tief, dass man sogar Blumen hineinpflanzen kann.“

Blumen in Schlaglöchern? Sie sollen verhindern, dass sich dieser schreckliche Unfall wiederholt
Blumen in Schlaglöchern? Sie sollen verhindern, dass sich dieser schreckliche Unfall wiederholt

Mit der Aktion möchte sie ein Zeichen setzen. Die Straße solle von der Stadt endlich ausreichend repariert werden. „Bisher wurde immer nur Teer über die Schlaglöcher gekippt, der sich dann später wieder gelöst hat.“

Unfälle, wie der von Rita Rölcke, soll es in Zukunft nicht mehr geben.

Schlaglöcher forderten bereits zwei Opfer

Das Problem besteht schon lange auf der Wilhelmsstraße. „Bereits zwei weitere ältere Damen sind hier schon schwer gestürzt“, erzählt Ehemann Werner Rölcke. „Daher hatte ich mich schon vor dem Sturz über den Zustand der Straße bei der Stadt beschwert.“

Erst, als es im Mai 2017 seine Frau erwischte, habe die Stadt einige Löcher ausgebessert. Seit dem würde einmal im Monat ein Stadtmitarbeiter nach dem Rechten sehen. Wirklich gebessert hat sich jedoch nichts.

Rita Rölcke kann nicht mal mehr alleine trinken

Für das Ehepaar Rölcke hat der Sturz weitreichende Folgen. Rita Rölcke hat nahezu alles mit ihrem rechten Arm gemacht. Nun kann sie ihn nicht einmal mehr heben, um sich ein Glas Cola einzuschütten. Ihr Ehemann muss ihr bei den einfachsten Aufgaben helfen. Der Antrag auf Pflege ist gestellt.

Der 67-jährige Mann arbeitet als Vermögensberater. Er muss bei seinem Job kürzertreten, ist beinahe jeden Tag zwölf Stunden unterwegs. Die Einschränkungen für das Ehepaar sind immens.

„Die Frechheit ist, dass wir auf 20.000 Euro Schadensersatz geklagt haben. Die Stadt Duisburg lehnt das bis heute ab.“ Der Prozess gegen die Stadt läuft noch.

 
 

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