Blick unter die Kulissen der Mercatorhalle

Von hier lässt sich per Knopfdruck fast die gesamte Bühnentechnik steuern.  Foto: Lars Fröhlich
Von hier lässt sich per Knopfdruck fast die gesamte Bühnentechnik steuern. Foto: Lars Fröhlich
Foto: WAZ FotoPool
Die großen Flügeltüren hat vor einer Veranstaltung fast jeder von ihnen schon einmal durchschritten: Jetzt aber konnten 20 Teilnehmer der Sommeraktion „WAZ öffnet Pforten“ auch einmal hinter und unter die Kulissen der Mercatorhalle schauen.

Duisburg. Für die meisten der 20 Teilnehmer der Sommeraktion „WAZ öffnet Pforten“ taten sich die großen Flügeltüren zur Mercatorhalle nicht zum ersten Mal auf: Sie kennen das Bühnengeschehen, wenn die Philharmoniker aufspielen oder wenn ein Popstar in der Halle von seinen Fans gefeiert wird. Der Blick hinter und unter die Bühne zeigt jedoch ganz neue Seiten des Veranstaltungsortes.

Und die sind vor allem technischer Natur: Kai Thienwiebel ist als technischer Leiter Herr über alles, was nötig ist für den reibungslosen Ablauf von Veranstaltungen. So ist er heute auch Herr über das Computerpult, mit dem sich die gesamte Bühnentechnik steuern lässt. Per Mouseklick zeigt er den staunenden WAZ-Lesern, wie sich die großen Schallsegel herabsenken lassen – fünf Tonnen schwere Holzpaneele, die die akustischen Bedingungen im Saal verändern. Ein weiterer Knopfdruck und aus dem ebenerdigen Saal erheben sich einzelne Fußbodenelemente zur Bühne. Wie dieser Kraftakt gelingt, zeigt ein Blick unter den Fußboden: Schwere Schubketten und stählerne Hebel sind für das Eigenleben des Hallenparketts zuständig.

Weiteres Highlight ist der Blick in den zur Spielzeit heiligen Bereich hinter der Bühne, wo die Garderoben der Künstler sind. Die Solistengarderobe vom ehemaligen GeneralmusikdirektorJonathan Darlington ist mittlerweile verwaist, nur noch ein Piano erinnert daran, dass er sich hier auf die Auftritte vorbereitete. „Die Künstler können selbst bestimmen, wie ihre Garderobe gestaltet sein soll. Darlington war aber eher ein Purist“, verrät Thienwiebel.

Komplexe Technik kommt nicht von der Stange

Der Technikchef kennt sich bestens aus im Haus, war schon bei der Erbauung dabei und kennt auf alle technischen Fragen, die passende Antwort. So erklärt er, wie mit Fluchtwegen, Brandmeldesystemen und Sprinkleranlagen für die Sicherheit der 1742 Besucher gesorgt werden soll, die hier bei ausverkauftem Haus Platz finden. Oder wie schwierig es ist, bei den Veranstaltungen für ein gutes Raumklima zu sorgen: „Wir arbeiten mit Ingenieuren und Fachleuten immer noch daran. So eine Belüftungsanlage für solch ein Haus gibt es nicht von der Stange.“

Auch die Frage „Was kostet das eigentlich alles?“ brennt den WAZ-Lesern unter den Nägeln. Die gibt der Technikchef gerne weiter an Uwe Gerste, der als Geschäftsführer von Duisburg-Marketing verantwortlich für den Veranstaltungsort ist: „Die Stadt gibt jedes Jahr sechs Millionen Euro an Zuschüssen“. Bei solch einem großen Haus, mit solch komplexer Technik wunderte das kaum jemanden.

Hoffnung auf viele weitere Veranstaltungen

Die WAZ-Leser, die dabei sein durften, haben jedenfalls viel gelernt. Stellvertretend für alle sagt Walter Enge: „So haben wir die Mercatorhalle noch nie gesehen. Wir hoffen, dass es noch viele Veranstaltungen in diesen Räumen gibt. Und dass sie stets gut besucht sind.“

 
 

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