Duisburg

„Wir dachten erst, sie wollte uns veräppeln“ - Bivsis beste Freundin Alev (14) aus Duisburg erzählt von der Abschiebung

Gözde, Alev-Rosa, Emma und Bivsi
Gözde, Alev-Rosa, Emma und Bivsi
Foto: Alev Rosa Sapmaz

Duisburg. Alev Rosa Sapmaz (14) ist Bivsis beste Freundin. Sie gingen in die selbe Schule, kennen sich seit der ersten Klasse. Sie war dabei, als Bivsi aus dem Unterricht geholt wurde, um noch am selben Tag nach Nepal abgeschoben zu werden.

„Das ist eine unfassbar schwierige Situation für mich. Ich kenne Bivsi seit der ersten Klasse. Sie ist meine beste Freundin“, sagt Alev. „So eine Ungerechtigkeit habe ich noch nie erlebt. Bivsi ist so ein guter Mensch. Das ist echt krass und ungerecht.“

„Wir dachten erst, es wäre wegen der Noten“

Am Montag gegen 11.20 Uhr sei der Schulleiter des Steinbart-Gymnasiums, das Bivsi mit Alev besuchte, in die Klasse gekommen. „Sie sagten nur, dass Bivsi mal kurz rauskommen soll. Sie sollte auch direkt ihre Sachen mitnehmen. Wir dachten erst, es wäre irgendwas wegen Noten oder so.“

Etwas später habe ihre Klassenlehrerin die Stunde beendet. Alev stand mit Klassenkameraden draußen in der Gruppe, als eine Lehrerin zu ihr und einer anderen Freundin, Gözde Helin Emer, gekommen sei. Sie habe Tränen in den Augen gehabt und nur gesagt: „Ihr müsst jetzt ganz stark sein.“

Alev und weitere Freundin die einzigen, die sich von Bivsi verabschieden konnten

„Wir dachten erst, sie wollte uns veräppeln“, sagt Alev. Die Schülerinnen seien dann ins Lehrerzimmer gebracht worden. Dort habe Bivsi mit sieben anderen Lehrern am Tisch gesessen.

„Die hatten alle die Köpfe gesenkt und Bivsi weinte ganz schlimm. Sie konnte gar nix richtig sagen. Dann wurde uns gesagt was los ist. Sie hat mich nur in den Arm genommen.“

Die ganze Szene habe nur fünf Minuten gedauert, dann hätten Alev und Gözde weder gehen müssen. Außer ihnen konnte sich laut Alev niemand mehr von Bivsi verabschieden.

Als Bivsi weggebracht wurde, wollten die Freundinnen sie noch anrufen, „aber es ging keiner dran.“

„Ein Mädchen mit einem so großen Herzen gibt es kein zweites Mal auf der Welt“

Mittlerweile haben sie Bivsi in Nepal erreicht „Wir haben jetzt über Whatsapp geschrieben. Bivsi war ja noch nie in Nepal, sie kennt das gar nicht. Auch die Sprache kann sie nicht.“ Nichtsdestotrotz: Bivsi sei ein tapferer Mensch, sagt Alev.

„Sie schlägt sich ganz tapfer. Sie hat uns sogar gesagt, dass wir uns auf die Schule konzentrieren sollen. Ein Mädchen mit einem so großen Herzen gibt es kein zweites Mal auf der Welt. Sie wollte immer Zahnärztin werden.“

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